13.04.2016, 08:06 Uhr

Leistbarer Wohnraum in Mariahilf?

Eine Wohnung in Mariahilf mit mehr als 60 m2 Wohnfläche und einer Miete unter € 1.000,-- mit einem unbefristeten Mietvertrag?
Jetzt werden sie wohl bereit sein müssen entweder in eine Erdgeschoßwohnung oder in eine Wohnung im dritten Stock ohne Lift zu ziehen, wenn sie im 6. Bezirk wohnen wollen. Auch mit einem Grundriss, der nicht ihren Bedürfnissen entspricht werden sie sich arrangieren müssen. Ja, und in drei Jahren stehen sie wieder vor der Situation, neuen leistbaren Wohnraum zu suchen.

Ein Blick in diverse Immobilien-Internetplattformen zeigt, dass in interstädtischen Bezirken kaum mehr leistbarer Wohnraum zu finden ist. Viele Neubau- oder Sanierungsprojekte bedienen lediglich Anleger, die kein Interesse daran haben diese Wohnungen zu nützen. Nicht selten werden diese Wohnungen gar nicht mehr oder zu horrenden Preisen vermietet. Viele parken lediglich ihr Geld in Immobilien. (Anleger: „Egal ob ich den doppelten Preis für ein Objekt bezahle, besser als das Geld liegt auf der Bank“). Nun da ist klar, dass da Wohnungssuchende mit einem Durchschnittseinkommen kaum Chancen haben, leistbaren Wohnraum zu finden.

Schaffen wir es noch diesen Trend zu stoppen? Welche Möglichkeit haben wir als politische Mandatare?

Es sollte unsere Intention sein, sich nicht nur mit den Blümchenthemen zu beschäftigen. Ja, Ausstellungen zu eröffnen, Blumen zu überreichen, das sind die angenehmen Seiten eines Politikerdaseins. Die Herausforderungen für uns Sozialdemokratinnen sind, den Menschen die wir vertreten, ein leistbares Leben ohne Versorgungsängste zu ermöglichen. Dazu gehört neben Essen, Bildung, Gesundheitsversorgung auch ein menschenwürdiges Wohnen.

Wir müssen uns verstärkt dafür einsetzen, dass ausreichend Voraussetzungen für geförderten Wohnbau vorhanden sind. Das heißt auch in der Flächenwidmung sinnvolle und durchdachte Intentionen nicht aufzuheben, um Flächen und damit lediglich Gewinnmaximierungen Rechnung zu tragen. Gerade im dicht verbauten Gebiet, oft mit geringen Strassenquerschnitten, muss eine ausreichende Luftzirkulation gegeben sein um die notwendige Belüftung der oft feuchten Erdgeschossbereiche zu gewährleisten. Ebenso sollen die beengten Hintertraktsituationen durch Aufstockungen und Zubauten nicht weiter verschlechtert werden.

Es erfordert Mut dem rein monetären Aspekt im Wohnbau eine Politik entgegen zu setzen, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen nach qualitativem und leistbarem Wohnraum orientiert.
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