26.04.2016, 09:33 Uhr

Mode ist keine Verkleidung

"Ich möchte nichts kreieren, das ich nicht auch selbst gerne tragen würde", erklärt Jungdesignerin Irina Hofer

Jungdesignerin Irina Hofer zelebriert in der Hofmühlgasse ihre Liebe zu schönen Schnitten, zur eleganten Silhouette.

MARIAHILF. In ihrem kleinen Atelier in der Hofmühlgasse 13-15, das sie sich seit 2013 mit zwei Textildesignerinnen teilt, entsteht ihre elegante, feminine Mode, über die man nicht lange nachdenken braucht. "Man schlüpft morgens um Acht hinein, macht seinen Job und ist mit einer schönen Kette, oder Highheels bis spät in die Nacht perfekt angezogen." Wohlgefühl rund um die Uhr, nennt Irina Hofer das. Ja, ein bisschen Mut brauche man schon, um ihre Mode zu tragen, schließlich sei das nichts von der Stange und ohne Zweifel fällt man in ihren Modellen - angenehm - auf.

Die Modelle erinnern an jene der weiblichen Stars von Altmeister Alfred Hitchcock. An Hollywood, Marilyn Monroe und die eleganten Outfits der 50er und 60er Jahre. Ihre Vorbilder? Am "Godfather der Mode", Christian Dior, kommt niemand vorbei, der Wert auf raffinierte Schnitte und Details legt. Doch einfach nur nachmachen, nein danke!

Vintage als Inspiration

"Ich mag Vintagemode, studiere die Schnitte und transportiere sie in unsere Jetztzeit", so Irina Hofer. Dabei achtet sie bei den verwendeten Stoffen nicht nur auf erstklassige Qualität, sondern auch auf die Tragbarkeit. "In meinen Kleidern muss man sich viele Stunden wohlfühlen können." Deshalb verwendet sie beispielsweise feine italienische Schurwolle mit zwei Prozent Elasthan für ihre Businesskleider, im Sommer natürlich auch Jerseys und Viskose.

Und für die Abendroben, die man zuletzt am Kaffeesiederball, wo sie Sona MacDonald für deren Mitternachtseinlage als Marlene Dietrich mit einer fulminanten Robe ausstattete, oder ihre Opernballkleider, verwendet sie ausschließlich Seidensatin oder Seidencrêpe, oft über und über mit Perlen bestickt. Irina entwirft Einzelstücke und Kleinserien, die ihren Kundinnen dann auf den Leib geschneidert werden. Auch mal in einer anderen Farbe, als ursprünglich vorgesehen. Zwei Wochen dauert das. Und ist gegenüber Haute Couture, wie man sie aus Frankreich kennt, auch leistbar.

Für das heurige "Miss Austria"-Finale am 23. Juni im Casino Baden wird Irina die schönsten Frauen des Landes noch strahlender aussehen lassen: Sie stattet die zehn Endfinalistinnen für die Interviewrunde aus, die von Alfons Haider und Silvia Schneider moderiert wird.

Früh übt sich

Irina kam 1988 in der Stadt Salzburg zur Welt. Gezeichnet hat sie schon immer. ihre ersten - sehr utopischen - Modedesigns entwarf sie bereits mit 11. "Meine Tante hat mir damals die Entwürfe abgekauft und hütet sie wie einen Schatz", lacht die Designerin. In der Oberstufe wechselte sie an die fünfjährige Modeschule Hallein und verlor, wie sie sagt, "vor lauter Schularbeiten und einer anstrengenden 40 Stunden Unterrichtswoche sogar die Lust am Designen." Umsomehr begann sie Kunst zu interessieren. Sie übersiedelte nach Wien, 2012 schloß sie hier ihr Kunstgeschichte-Studium ab. "Schon in der Studienzeit hat mir einfach das Kreative, Handwerkliche gefehlt", erinnert sie sich. "Ich begann , aus alten Kleidern neue Modelle für mich selbst zu nähen. Das war ein wunderbarer Ausgleich."

2013 dann die Gründung ihres Labels "Irina Hofer". Auch heute entwirft sie zunächst für sich selbst. "Ich möchte nichts kreieren, das ich nicht auch selbst gerne tragen würde." Überzeugungsarbeit bei ihren Kunden braucht sie längst nicht mehr. Die wissen: Mit diesen Modellen fallen sie auf, fühlen sich stark und schön.

Info: Irina Hofer
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