06.07.2016, 11:36 Uhr

Mehr Beamte für Grenzkontrollen

Im Bezirk Neusiedl wurden mehr Beamte für die Grenzkontrollen stationiert

Seit 1. Juli 2016 sind 96 Beamte mehr im Bezirk Neusiedl am See stationiert. Sie sind für die lückenlose Grenzkontrolle zuständig.

BEZIRK. Die dienstzugeteilten Beamten kommen aus Wien, der Steiermark und Niederösterreich und versehen jetzt vorläufig für drei Monate ihren Dienst an den Grenzübergängen in Nickelsdorf (Autobahn, LKW und B10), Halbturn, Andau und Pamhagen.


Eigene Grenzausbildung

"Teils sind es alte Hasen und teils neue Kollegen mit einer speziellen Grenzdienstausbildung", erläutert Bezirkspolizeikommandant Rainer Bierbaumer, "Normalerweise dauert die Ausbildung zwei Jahre, die Kollegen haben den Schwerpunkt Grenze in sechs Monaten erlernt, die volle Ausbildung kommt im Laufe der Jahre in Modulen dazu." 66 Beamte sind in Nickelsdorf stationiert - sie kümmern sich um die Grenzübergänge Halbturn und die drei in Nickelsdorf. Die restlichen 30 Polizisten sind in Pamhagen untergebracht. Sie sind für die Grenzen Andau und Pamhagen zuständig.


Rund um die Uhr

Mit der Aufstockung der Polizeikräfte werden die Grenzübergänge rund um die Uhr betreut. "Der Schwerpunkt dabei liegt natürlich in der Verhinderung der illegalen Migration und in der Bekämpfung der Schlepperei. Wir wollen einfach nicht mehr so eine Welle wie 2015 und vor allem keine Toten mehr", so Bierbaumer.

Große Hilfe Bundesheer

Eine Kompanie des Bundesheeres mit rund 120 Mann ist ebenfalls dem Landespolizeikommando unterstellt. Sie überwachen mit Wärmebildkameras die grünen Grenzen. Demnächst sollen Drohnen mit Wärmebildkameras eingesetzt werden, was Bierbaumer folgendermaßen erläutert: "So sehen wir weiter in die Tiefe nach Ungarn hinein. Priorität hat nämlich die Abweisung der illegalen Migranten schon vor Grenzübertritt. Teilweise passiert das jetzt schon. Dann erfolgt ein Anruf bei den ungarischen Kollegen, die die Flüchtlinge dann schon in Ungarn aufgreifen."

Verdrängungseffekt

Die Maßnahmen der Polizei haben bereits Wirkung gezeigt. "Wir haben einen Verdrängungseffekt ins mittlere und südliche Burgenland", schildert Bierbaumer, "Dadurch wird die Arbeit unter den Kollegen gleichmäßiger aufgeteilt und unsere Beamten werden endlich ein wenig entlastet."
Seit Wochen bewegen sich die Zahlen unter denen des Vorjahres. "Wir kommen in der Woche auf rund 150 Illegale", so der Bezirkspolizeikommandant, "und wesentlich weniger Schlepper. Sie lassen die Leute jetzt meist schon in Ungarn aussteigen und sagen nur mehr: Da ist Österreich." Bierbaumer hofft auf das Verständnis der Bevölkerung: "Durch die intensiven Grenzkontrollen kommt es natürlich zu Staus. Hier bitten wir wirklich um Verständnis. Wir arbeiten so schnell es geht, aber bei dem Verkehrsaufkommen, zum Beispiel in Nickelsdorf, kann man Stau nicht verhindern." Seit 1. Mai gibt es auch ein Sonderkommando "Schlepperei" mit sieben Beamten, das die lokalen Polizeiinspektionen entlasten soll. "Dadurch und durch die zusätzlichen Beamten können unsere Polizisten sich wieder auf die normale Arbeit konzentrieren", so Bierbaumer, "Wir werden dadurch auch für die Bevölkerung auf der Straße wieder sichtbarer werden."
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