10.04.2016, 07:38 Uhr

Vermessungstechniker: Geoinformatik bis Navigation

VermessungstechnikerInnen haben vielseitige Aufgaben. Sie erstellen u.a. Grundstückskataster oder amtliche Landkarten. (Foto: Peter Seper)

Ein Vermessungstechniker deckt verschiedene Aufgabenbereiche ab und nutzt dafür moderne Technik.

Die Tätigkeit von VermessungstechnikerInnen umfasst die genaue Erfassung von Grundstücksgrenzen, Bauwerksmaßen, Straßenverläufen, Waldgrenzen, usw. Die Daten werden mit verschiedenen Messgeräten im Freien aufgenommen und in Karten übertragen.
Die meisten Arbeiten erfolgen mittlerweile mit elektronischen Mess- und Aufnahmegeräten, welche die Daten speichern und direkt an einen Computer übergeben. CAD- und GIS-Programme (Computer Aided Design-Programme, Geographische Informationssysteme) erlauben die Auswertung und Weiterverarbeitung der gewonnen Daten.

Viele Einsatzgebiete
Die Einsatzgebiete eines Vermessungstechnikers sind umfangreich und spannen sich von Geoinformatik über Navigation bis zu technischen Vermessungen. Ihre Aufgaben erledigen ausgebildete VermessungstechnikerInnen überwiegend im Innendienst, im Außendienst verringert ein hoher Grad an computerunterstützten Messverfahren zunehmend den zeitlichem Aufwand, wodurch in der Regel im Außendienst, der privaten Büros, oft nur noch ein Vermessungstechniker notwendig ist.
Ein Mitarbeiter hat dadurch seine eigenen Projekte (Vermessungsaufträge), für die er dann auch verantwortlich ist. Deshalb sollten Vermessungstechniker neben Interesse an elektronischen Instrumenten und mathematischen Aufgabenstellungen auch gern mit Computerprogrammen arbeiten.
Die Grundstücksvermessung (u.a. für Grundstücksteilungen Parzellierungen Grenzfeststellungen, Rechtliche Sicherstellung der Grenzen, Errichtung von öffentlichen Urkunden und Gutachten, etc.) hat einen besonderen Stellenwert.

Ingenieurkonsulent
Für den freien Beruf eines staatlich befugten und beeideten Ingenieurkonsulenten für Vermessungswesen ist das Studium für „Vermessung und Geoinformation“ notwendig.
Erst nach einschlägiger Berufspraxis und Ziviltechnikerprüfung wird vom Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit die entsprechende Befugnis verliehen.
Dies ist die Grundvoraussetzung für die Führung einer Vermessungskanzlei als Ingenieurkonsulenten für Vermessungswesen.

Laserscanning als moderne Methode

Bei den Vermessungsarbeiten im Freien kommen verschiedene (elektronische, optische oder computergestützte) Messgeräte zum Einsatz. Mit den erhobenen Messdaten werden danach Pläne und Karten erstellt.
Eine moderne Technik bildet das Laserscanning, bei dem Oberflächen oder Körper zeilen- oder rasterartig mit einem Laser überstrichen werden, um sie zu vermessen. Sensoren, die den Laserstrahl entsprechend ablenken, heißen Laserscanner. Ein Laserscanner, der neben der Objektgeometrie zusätzlich die Intensität des reflektierten Signals erfasst, wird abbildender Laserscanner genannt. Im Ergebnis erhält man ein Abbild der Oberflächen ähnlich dem eines Schwarzweißfotos.

Einsatz von Vermessungstechnikern

• Führung des Grundstückkatasters in Österreich: Der Kataster ist die planliche Darstellung sämtlicher Grundstücke in Österreich und liegt flächendeckend in digitaler Form vor.
• Schaffung und Erhaltung der amtlichen Vermessungspunkte (Lage- und Höhenfestpunkte):
• APOS - Austrian Positioning Service (GPS-Satelliten Positionierungsdienst des BEV)
• Führung des Digitalen Landschafts- und Geländehöhenmodells
• Erstellung der amtlichen österreichischen Landkarten
• Orthophotos und Luftbilder
• Vermessungs- und Verwaltungsarbeiten im Zusammenhang mit der Staatsgrenze

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