31.03.2016, 12:04 Uhr

Rauriser Literaturtage: Eröffnung und Verleihung der Preise

Carlos Peter Reinelt (Träger Rauriser Förderpreis), Hanna Sukare (Rauriser Literaturpreis) und LH Wilfried Haslauer (Foto: Neumayr)
RAURIS. "Die Rauriser Literaturtage gehören zu den bedeutendsten Festivals der Gegenwartsliteratur im deutschen Sprachraum. Ihre besondere Stellung verdanken sie der einzigartigen Begegnung zwischen dem Gebirgsort Rauris und seiner Bevölkerung und dem zeitgenössischen Literaturbetrieb aus Schreibenden, Kritikern, Verlegern, Literaturwissenschaftern, Germanisten und dem an Literatur interessierten Publikum aus nah und fern.“
Dies stellte Landeshauptmann Wilfried Haslauer gestern abend bei der Eröffnung im Gasthof Grimming fest. Im Anschluss daran überreichte Haslauer den Rauriser Literaturpreis 2016 an Hanna Sukare sowie den Rauriser Förderungspreis an Carlos Peter Reinelt.

Jubiläum "Salzburg 20.16" als ein Schwerpunkt

Die 46. Rauriser Literaturtage dauern heuer bis zum 3. April und sind dem Thema "Geschichte.Erzählen" gewidmet. Eingeladen sind Autorinnen und Autoren aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, deren Texte sich mit historischen Themen beschäftigen. Das Lesungs- und Gesprächsprogramm der Literaturtage weist mit Bezug auf das Jubiläum "Salzburg 20.16" auch einen thematischen Salzburg-Schwerpunkt mit drei Veranstaltungen auf.

Ein Dank an die Intendanten

In seiner Eröffnungsrede thematisierte Haslauer angesichts der sich rasch verändernden Lesegewohnheiten bei Kindern und Jugendlichen die Frage, ob das „Qualitätsmedium Buch“ schon in absehbarer Zeit zu den vom „Aussterben bedrohten Arten“ gezählt werden muss. „Nicht nur hier in Rauris, vor allem aber hier, wird diese Frage gestellt. Nicht etwa sorgenvoll, sondern selbstbewusst. Nicht als Wehklage, sondern bei einem bunten Fest der Begegnung. Wesentlich aber ist: Die Frage nach dem `Wozu?` der Literatur wird hier auch überzeugend beantwortet. Diese Antwort geben zahlreiche in diesen Tagen hier anwesende zeitgenössische Autorinnen und Autoren gemeinsam mit ihrem Publikum“, so der Landeshauptmann, der sich abschließend bei den Intendanten Ines Schütz und Manfred Mittermayer, dem gesamten Team sowie Geschäftsführerin Katharina Klingler und Obmann Herbert Mayer bedankte.

Literaturpreise für Hanna Sukare und Carlos Peter Reinelt

Der vom Land Salzburg seit mehr als 40 Jahren vergebene Rauriser Literaturpreis, der mit 8.000 Euro dotiert ist, geht dieses Jahr an Hanna Sukare für ihren Roman "Staubzunge", erschienen im Otto Müller Verlag 2015.
Den Förderpreis mit einer Dotation von 4.000 Euro, der gemeinsam vom Land Salzburg und der Marktgemeinde Rauris vergeben wird, erhält heuer der 21-jährige Carlos Peter Reinelt für seinen Text „Willkommen und Abschied“.

Hanna Sukare wurde 1957 in Freiburg im Breisgau geboren. Sie studierte Germanistik, Rechtswissenschaften und Ethnologie und lebt seit ihrer Jugend meist in Wien. Sukare war unter anderem als Journalistin, Redakteurin (Falter, Institut für Kulturstudien) und Wissenschaftslektorin tätig. Freie Autorin ist sie seit 2001. Laut Jury (Uwe Schütte, Liliane Studer und Anton Thuswaldner,) ist es Hanna Sukare auf überzeugende Weise gelungen, in einer dichten, stilsicher geformten Sprache einen Roman zu schreiben, der in seiner Schilderung einer Familiengeschichte weit über das eigentliche Thema hinausgreift. "In sensibler Weise erkundet das aus unterschiedlichen Erzählperspektiven und Sprechweisen komponierte Buch die Vorgeschichte der Elterngeneration, deren Versagen in ihrer Vorbildrolle nicht plakativ angeklagt wird, sondern die Haupterzählerin zu Recherchen veranlasst, in deren Gefolge sie die aus der Tragödie der Geschichte resultierenden Schädigungen zu begreifen lernt."

Der Förderungspreis 2016 war zum Thema "Zeitraffer" ausgeschrieben. Dazu konnte Carlos Peter Reinelt mit seinem Text "Willkommen und Abschied" die Jury, bestehend aus Thorsten Ahrend, Christine Haidegger und Christine Riccabona, überzeugen. Reinelt wurde 1994 in Lustenau (Vorarlberg) geboren und studiert Germanistik, Psychologie und Philosophie in Salzburg. Er schreibt vor allem Lyrik und Prosa. Zurzeit arbeitet er an einem Generationen-Roman, der in seiner Vorarlberger Heimat angesiedelt ist. Reinelt publizierte bisher einen Essay über Wittgenstein, seinen Siegertext bei der Vorarlberger Philosophie-Olympiade (2012), sowie "Eine universale Enttäuschung", ein Interview mit sich selber in der uni:press Salzburg (2015).

Text: Pressemeldung Land Salzburg
Fotos: Franz Neumayr
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