06.04.2016, 14:39 Uhr

"Caritas kauft keine Handys für Flüchtlinge"

Caritas Direktor Johannes Dines will klarstellen: "Die Caritas stellt keinerlei Handys für Flüchtlinge zur Verfügung." (Foto: Foto: Franz Neumayr)

Gezielte Falschmeldungen der Bürger werden künftig auch zu Unterlassungsklagen führen.

PONGAU (ap). Immer wieder und sehr hartnäckig kursieren im Pongau Gerüchte, dass die Caritas Flüchtlingen teure Handys kauft. Dies schlägt sich auch auf viele Anfragen direkt bei der Caritas nieder, wo die Anrufer androhen, nicht mehr für die Caritas zu spenden, wenn ihr Geld für Telefone verwendet werde.
"Dies ist schlichtweg falsch. Die Caritas stellt keinerlei Handys für Flüchtlinge zur Verfügung und unterstützt sie auch nicht finanziell beim Kauf. Spendengelder werden nur für den Zweck eingesetzt, für den sie der Caritas gewidmet wurden", will Caritas Direktor Johannes Dines klarstellen. Nur in sehr vereinzelten Fällen würden Asylwerber in der sprachlichen Verständigung beim Kauf unterstützt werden.

Kontakt mit der Heimat
„Viele verkauften ihren gesamten Besitz und sammelten in ihren Familien alles Geld zusammen, um eine Flucht aus Syrien überhaupt möglich zu machen. Neben Kleidern ist das Handy bei vielen Flüchtlingen das Einzige, was sie auf der Flucht mitnehmen und bei sich tragen. So können sie mit der Familie im Heimatland Kontakt halten“, erläutert Dines.

Was Asylwerber bekommen
Asylwerbende erhalten im Rahmen der Grundversorgung des Landes Unterbringung und 40 Euro Taschengeld im Monat. "Je nach Quartierart wird zudem für das Essen in Form von Sach- oder Geldleistung gesorgt. Weiters erhalten Asylwerber laut Caritas je nach Bedarf Kleiderspenden und Sachspenden wie Duschgel, Zahnbürste, Zahnpasta, Nassrasierer und unverderbliche Lebensmittel", so der Caritas-Direktor.
Die Mitarbeiter der Caritas Grundversorgung unterstützen zudem Asylwerbende dabei, Anträge an das GIS (Gebühren Info Service) auf Zuerkennung einer Zuschussleistung zu Fernsprechentgelten einzubringen. Die Prüfung und Genehmigung von Zuschussleistungen erfolgt dann direkt durch das Gebühren Info Service.

Rechtliche Konsequenzen
Die Caritas bittet Menschen, denen derartige Gerüchte zu Ohren kommen, sich unter folgender Mailadresse zu melden: kommunikation@caritas-salzburg.at. Wenn es Zeugen für derartige Falschmeldungen gibt, kann eine Unterlassungsklage gegen die betroffene Person eingebracht werden.

Lesen Sie dazu auch die Meinung von Angelika Pehab Handy-Kritik als Spitze des Unmutes
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