30.05.2016, 00:00 Uhr

"Taxi-Preller" vor Gericht: Nie wieder Alkohol

Richterin Doris Wais-Pfeffer (Foto: Probst)
REGION PURKERSDORF (red). „Geld ist kein Problem!“, soll ein 41-jähriger Notstandsbezieher aus dem Großraum Purkersdorf zu einem Wiener Taxifahrer gesagt haben, der ihn von der Bundeshauptstadt nach Hause fuhr. Als es ans Zahlen ging, habe der betrunkene Fahrgast einen armlangen Ast abgebrochen und sei drohend auf den Chauffeur losgegangen.


Rechnung vor Gericht beglichen

Es war bereits das zweite Mal innerhalb eines Monats, dass der Notstandsbezieher ohne Geld von Wien in seinen Wohnort gebracht werden wollte. Nun präsentierte ihm die St. Pöltner Richterin Doris Wais-Pfeffer die Rechnung. Wegen versuchter Nötigung, gefährlicher Drohung und Betrug verurteilte sie den umfassend geständigen Mann zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten (nicht rechtskräftig).

Geld- und Eheprobleme

„Der Monat war a reine Katastrophe“, erklärte der Angeklagte. Keine Arbeit, kein Geld und Eheprobleme seien Anlass dafür gewesen, dass er sich nahezu täglich dem Alkohol hingab. „Das war ein absoluter Ausnahmezustand. Ich trink normal nur Kaffee“, beteuerte der Beschuldigte, der in der Nacht vom 6. zum 7. März 2016, ebenfalls schwer betrunken, einen Hausbewohner mit dem Umbringen bedroht haben soll. Gleichzeitig habe er gegen dessen Türe getreten. Die Polizei konnte die Situation nur kurzfristig entschärfen. Nachdem die Beamten weg waren, soll er abermals gegen die Türe seines Nachbarn getreten und geschrien haben: „I bring di um!“

Nachbar in Angst

„Ich hab Angst gehabt in dieser Situation“, meinte der Nachbar als Zeuge. Bis dahin habe der 41-Jährige noch nie Alkohol getrunken, sei hilfsbereit, freundlich und vollkommen unauffällig gewesen, führte er aus und bot dem Angeklagten beim Verlassen des Gerichtssaals noch seine Hilfe an.

Kriminelle Energie gering

„Die kriminelle Energie meines Mandanten ist grundsätzlich sehr gering“, plädierte Verteidiger Wolfgang Ehrnberger für ein mildes Urteil, zumal der Angeklagte bei Emmaus eine Unterkunft bekäme und bemüht sei, wieder auf den rechten Weg zu kommen. In seinem Schlusswort betonte der Beschuldigte: „Ich werde wegen dem Alkohol nicht nur aufpassen, sondern nie wieder einen trinken!“
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