22.03.2016, 12:55 Uhr

Paukenschlag: Transitzelt in Schärding kommt weg

Rund 80.000 Transitflüchtlinge wurden im Flüchtlingszelt in Schärding versorgt – nun wurden die Kosten dafür bekannt.

Umstrittenes Transitzelt wird Ende März abgebaut – das bestätigt auf Anfrage der BezirksRundschau der stellvertretende Bezirkspolizeikommandant Erwin Eilmannsberger.

SCHÄRDING (ebd). "Am Dienstag nach Ostern ist das Zelt weg", sagt Eilmannsberger. Grund dafür ist der massive Rückgang ankommender Flüchtlinge. Im Jänner hatten wir noch 2000 aus Deutschland Zurückgewiesene. Da jetzt die Route geschlossen ist und es keine Durchbeförderung nach Deutschland mehr gibt, brauchen wir das übergroße Zelt nicht mehr." Aktuell sind es durchschnittlich gerademal zehn Flüchtlinge, die in Schärding landen. "Die können wir jetzt genauso gut auf der Polizeiinspektion abarbeiten. Im Grunde sind wir auf der Dienststelle für täglich 15 ankommende Flüchtlinge gerüstet", sagt Eilmannsberger zur BezirksRundschau. Und was ist, wenn es wieder mehr werden? "Dann müssen wir uns eben wieder etwas überlegeben."

Für Bürgermeister keine Überraschung

Und was sagt Schärdings Bürgermeister Franz Angerer dazu? "Das ist für uns keine Überraschung. Wir waren laufend mit Innenministerium und Landespolizeidirektion in Kontakt und haben dies stets gefordert. Nämlich, dass rechtzeitig die richtigen Maßnahmen gesetzt werden. Das hatte ich bisher vermisst", sagt der Stadtchef zur BezirksRundschau.

Nachsatz: "Die Stadt Schärding, ihre Organisationen und viele Bürger haben seit Beginn der Flüchtlingskrise großartige und überdurchschnittliche Arbeit zur Bewältigung dieses Menschenansturms geleistet. Darauf bin ich stolz und auch sehr dankbar. Erschwerend kam zum Transitquartier im Stadtgebiet hinzu, dass es seit einigen Wochen für Rücküberstellungen von durch Deutschland abgewiesenen Personen verwendet wurde, die dann großteils nach Abarbeitung der fremdenrechtlichen Amtshandlungen einfach im Stadtgebiet auf die „Straße gesetzt“ also in die Obdachlosigkeit entlassen wurden. Auch das muss jetzt ein Ende haben."
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