28.04.2016, 00:00 Uhr

Sturm auf Kirchenbeitragsstellen: Ried und Schärding machen gemeinsame Sache

Josef Kohlbauer (re.) ist Leiter der neuen Kirchenbeitragsregion Innviertel. Bernhard Hosner ist sein Stellvertreter. (Foto: KBSt)

Immer mehr Anrufe und E-Mails: Nun helfen sich Ried und Schärding gegenseitig aus. Start ist am 1. Mai.

SCHÄRDING, RIED (ska). Die Telefone laufen heiß – "speziell im ersten Jahresquartal, wenn die Beitragsbriefe rausgeschickt werden", erklärt Josef Kohlbauer. Der Esternberger ist Leiter der Kirchenbeitragsstelle Schärding. Ab 1. Mai machen er und sein Team gemeinsame Sache mit den Kollegen aus Ried unter dem Titel "Kirchenbeitragsregion Innviertel". Ein großes Ziel der Fusion: Entlastung bei Arbeitsspitzen.

In ganz Oberösterreich werden die Kirchenbeitragsstellen nach und nach zusammengelegt, wie Kohlbauer mitteilt. In der Innviertler Kirchenbeitragsstelle wird er Regionalleiter, sein Stellvertreter ist Bernhard Hosner aus Ried. Alle Fusionen sollen mit Juli vollzogen sein. Das Ziel: Eine Teamsituation soll geschaffen werden, um den steigenden Telefon- und E-Mail-Verkehr bewältigen zu können, erklären Kohlbauer und Hosner. Konkret heißt das für Schärding und Ried: Die Mitarbeiter helfen sich gegenseitig aus bei Urlaub, Krankenständen und eben Überlastung. In Zukunft betreuen sie rund 109.000 Katholiken und 75 Pfarren in den zwei Bezirken. Per E-Mail mit der Beitragsstelle in Kontakt zu treten, wird laut Kohlbauer und Hosner vermehrt in Anspruch genommen. Waren es 2014 noch 5200 Mails, die in Ried und Schärding ankamen, stieg die Zahl im Vorjahr auf 6600 an. Telefongespräche waren es 2015 rund 7800.

"Wir versuchen stets, die Anliegen und Bedürfnisse des Kunden ernst zu nehmen und dazu ist das persönliche Gespräch am geeignetsten", sagt Kohlbauer. Den Kontakt zum Kunden nicht zu verlieren, habe deshalb oberste Priorität. "Uns ist klar, dass die Bindung zur Kirche nicht mehr so gegeben ist wie noch vor 30 Jahren", meint Kohlbauer. "Es ist kein Geheimnis, dass viele durch Diskussionen versuchen, dem Kirchenbeitrag zu entgehen. Auch Austrittsdrohungen sind keine Seltenheit mehr", gibt er zu. "Wir versuchen aber, die Probleme und Lebenssituation eines jeden einzelnen zu erkennen", erklärt er. So könne aus einem Gespräch auch schnell einmal eine Seelsorge werden. "Aber das macht unseren Beruf aus", sind sich Kohlbauer und Hosner einig.

Die Standorte bleiben
Was ändert sich nun aber konkret für die Kirchenbeitragszahler? Laut Kohlbauer ist nur die E-Mail-Adresse eine neue (siehe unten). Die Standorte Schärding und Ried bleiben erhalten. "Ist Schärding überlastet oder sind alle Telefonleitungen besetzt, wird nach Ried weitergeleitet und umgekehrt", erklärt Kohlbauer. Einen Vorteil sehen er und Hosner insbesondere für Pendler: "Wer in Ried arbeitet, kann gleich dort die Beitragsstelle besuchen und muss nicht extra nach Schärding fahren."

Kohlbauer meint, die Skepsis gegenüber dem Kirchenbeitrag begründen zu können. "Viele wissen einfach nicht, was mit dem Geld passiert", sagt er. Dabei sei eines klar: "Der Kirchenbeitrag, der in Oberösterreich bezahlt wird, bleibt auch in Oberösterreich. In Schärding waren es 2015 laut Kohlbauer rund 4 Millionen, in Ried 5,3 Millionen Euro. 60 Prozent davon komme den Pfarren zu Gute. Mit dem Rest werden karitative Einrichtungen wie Caritas-Kindergärten unterstützt.

Kirchenbeitragsregion Innviertel:

kb.innviertel@dioezese-linz.at
Geänderte Öffnungszeiten:
Die Büros in Schärding (Oberer Stadtplatz) und Ried (Kirchenplatz) haben in Zukunft wie folgt geöffnet: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag von 8 bis 12 Uhr und zusätzlich Dienstag und Donnerstag von 14 bis 17 Uhr. Termine auch nach telefonischer Vereinbarung.
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