10.05.2016, 14:15 Uhr

RMagazin Damals: Schnappschüsse und mehr

Zur Fundierung der Strompfeiler wurden Larse von 6,5 Meter gerammt, 3,5 Meter unter Flusssohle ausgehoben, wobei der Baugrund durch 25 Stück je 4 Meter lange Holzpiloten verdichtet und die Baugrube mit ca. 100 Kubikmeter Inhalt bis 70 Zentimeter unter Flusssohle ausbetoniert wurde. (Foto: Stadtarchiv)

Die Kinder waren die Ersten

Zwar erfolgte die offizielle Eröffnung der Schwazer Eisenbetonbrücke über den Inn am Fronleichnamstag, 7. Juni 1928, um 14:30 Uhr mit Landeshauptmann Dr. Stumpf, aber sozusagen die erste „Schwazer Probe-Feier“ fand am 19. Mai 1928 um 17 Uhr statt, als die Absperrungen wegen der letzten Asphaltierungsarbeiten auf den Stahlgussauflageplatten weggeräumt wurden.
Die erste Überschreitung der neuen Brücke sollte auf Wunsch von Bgm. Dr. Josef Huber den Kindern der Stadt vorbehalten bleiben, während auf der alten wackeligen Holzbrücke (nach 40-jähriger Dienstleistung) gleichzeitig die letzten mit Blumen geschmückten Pferdefuhrwerke vor dem Abriss unter Zuschauerbeifall das andere Innufer erreichten.
Die Schwazer Jugend im Alter von 3 bis 4 Jahren wurde zusammen mit den Honoratioren der Stadt auf der Brückenmitte von Brückenplaner Baurat Ing. F. Gerlich im Namen der Bauleitung auf der neuen Brücke begrüßt. Nach etlichen Ansprachen wurde dann provisorisch der neue Innübergang für den Verkehr freigegeben. Bis zur Eröffnung am 7. Juni 1928 verlief die Abtragung der bisherigen Holzbrücke.
Am Abend nach der offiziellen Feier am Fronleichnamstag 1928 überreichte Bgm. Huber beim Festmahl im „Hotel Post“ Landeshauptmann Dr. Stumpf die Schwazer Ehrenbürger-Würde per schmuckvoller von Maler August Wagner gestalteter Urkunde.

Das alte Rathaus in Schwaz

Neben dem ehem. Gasthof Stern in der Schwazer Innsbruckerstraße (heute Werbeagentur Mariacher) stand einst das alte Schwazer Rathaus mit der Gemeindeverwaltung. Heute ist hier ein Bankgebäudeobjekt entstanden (Örtlichkeit Ordination Dr. Kastlunger). Dieses ehem. Rathausgebäude (mit Stadtpolizeistation im Erdgeschoss) wurde in den Jahren 1970 bis 1973 abgerissen.





Das Rathausfoto stammt um die Zeit von 1930, als der 1921 gegründete Schwazer Fußballclub gerade ein Feldstück beim Schwazer Bahnhof (heute Areal Eisen Orgler) als Spielplatz pachtete. Wegen des Baus einer Hochspannungsleitung musste man aber bald wieder auf Platzsuche gehen. Für diese noch kaum etablierte Sportart hatte man im Rathaus (damals Bgm. Huber) kein Verständnis. Sport war damals Privatsache!

Schnappschüsse von damals

Gasthof Stern: 1912 war die soeben eröffnete Glasveranda beim Gasthof Stern in Jenbach eine gastronomische Attraktion. Die neue Reisewelle der gerade boomenden „Sommerfrische“ (mit den damals bekannten modernen, heimischen Eisenbahnen der Achensee- u. Zillertalbahn) zog viele Gäste aus Deutschland und der Monarchie ins Land. In der Glasveranda „Stern“ des Angerer-Wirts vollzogen sich viele Jenbacher Vereinsgründungen – und der Wirt hatte auch die erste örtliche Taxi-Konzession.





Bahnkarte: Damals im Jahre 1909 wurden auf der k.u.k. Südbahn Fahrgäste noch von Schaffnern kontrolliert – und wehe, es hatte einer kein Fahrbillett. Die abgebildete Ergänzungs-Fahrkarte betraf Personen- und Schnellzüge 3. Klasse.





Kundmachung: Eine Anzeige des „Boten für Tirol u. Vorarlberg" Aus dem Jahr 1903 zu einem Funktionärswechsel in einer Jenbacher Bank.




Damals

Unser Redakteur Eusebius Lorenzetti ist ein Urgestein der Lokalberichterstattung. Exklusiv für das RMagazin kramt er in seinem Archiv und zeigt uns Interessantes, Kurioses, Wissenswertes und Nachdenkliches aus der Vergangenheit der Region.
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