11.08.2016, 18:52 Uhr

Schweißtreibendes Arbeiten für die gute Sache auf Almen im Hochgebirgs Naturpark Zillertaler Alpen

Im Bild von links nach rechts: Sarah Moser, Freiwillige auf der Löschbodenalm, Dr Marc Ostermann der Universität Innsbruck, Willi Seifert GF Naturpark Zillertaler Alpen, Simon Grubauer Bürgermeister von Tux, Michael Erler Almgrundbesitzer Löschboden und Lisa Payreder Freiwillige aus NÖ
Tux: Löschbodenalm | Zehn junge Freiwillige zwischen 16 und 30 Jahren verbringen für den guten Zweck eine arbeitsreiche Woche auf der Löschbodenalm im Hochgebirgsnaturpark Zillertaler Alpen im Tuxertal. In der Zeit vom 7. Bis 13. August 2016 werden bei der Umweltbaustelle des Österr. Alpenvereines Weideflächen geschwendet und Trockenmauern aufgebaut, mit dem Ziel, die Alm als besonderen Lebensraum zu erhalten. Statt in den Ferien am kühlen Badesee oder am Pool zu sitzen, zu grillen, chillen oder sonst in einem Lokal die „Post abgehen lassen“, zieht es die zehn Freiwilligen eine Woche lang in die Berge ins Tuxertal, um auf über 1.700 Meter Seehöhe auf der Löschbodenalm Weideflächen zu pflegen, sodass auch in Zukunft dort für Mensch und Tier Lebens-und Erholungsraum erhalten bleibt.

Die Hauptaufgabe auf der Alm am Tuxer Hauptkamm besteht im Schwenden von Almflächen, also im Entfernen von Latschen, Wacholder und weiteren Sträuchern und Ziergewächsen. Dadurch wird verlorene Weidefläche wieder zurückgewonnen. Ein weiterer Teil dieser Arbeit ist der Wiederaufbau einer ca 100 Jahre alten, traditionellen Steinmauer. Der Almgrundbesitzer Michael Erler unterstreicht die besondere Bedeutung dieser Steinmauern, da sie wertvollen Lebens,-Nist,-Nahrungs-und Rückzugsraum für viele Tiere und Pflanzen bieten. Das gilt in etwa für Eidechsen, Wildbienen oder Mäuse, bzw verschiedene Hauswurzarten, Farne oder Mauerpfeffer.

Simon Grubauer, der Bürgermeister von Tux, bezeichnet die Umweltbaustelle auf der Löschbodenalm als Glücksfall für die Gemeinde, denn die Lebensräume müssen gepflegt und geschützt werden und die Umweltbaustellen des Österr. Alpenvereines setzen genau da an und tragen dazu bei, das Bewusstsein dafür zu schärfen. Deshalb seien diese Projekte eine wertvolle Initiative, um die Idee des Naturparks transportieren zu können und mit Leben zu erfüllen, meint der Tuxer Bürgermeister.

Seit Jahren kämpfe man auf den Almen mit strukturellen Problemen. Dabei erfüllen sie wichtige Funktionen. Sie bewahren zahlreiche Kulturlandschaftselemente und leisten einen Beitrag zur Artenvielfalt, sowie dem attraktiven alpinen Landschaftsbild, das nicht nur von Einheimischen, sondern auch von Touristen sehr geschätzt wird, meint Willi Seifert, Geschäftsführer des Hochgebirgs Naturparks. Das beweist auch ein junger Teilnehmer aus dem Raum Stuttgart, der sich für die Löschbodenalm im Zillertal einsetzt. Seifert sieht in den Almen einen der Schwerpunkte der Naturarbeit. Dem soll auch mit dem Projekt „Naturschutzplan auf der Alm“ Rechnung getragen werden, das gerade in den Startlöchern stehe.

Das gezielte Schwenden auf den Almen trägt dazu bei, einen wichtigen, regionalen Kreislauf zu unterstützen. Die Weideflächen seien die Grundlage, um das Milchvieh im Sommer auf die Almen auftreiben zu können. Dort gebe es artenreiches und qualitativ hochwertiges Futter, welches wiederum die Grundlage für die so genannte Heumilch bildet, welche die Sennereien des Zillertales zu hochwertigen Produkten verarbeiten, erklärt Seifert.

Bereits im Herbst könnte eine Erweiterung des Naturparks durch die Tiroler Landesregierung beschlossen werden. Diese umfasst neben den Almen eine weitere alpine Besonderheit südlich der Löschbodenalm. Es handelt sich hierbei um die so genannten „Blockgletscher“ im Lange Wand Kar, Mitterschneid Kar und in den Karen nördlich des Höllensteinkeeses, die auf Permafrost hindeuten würden. Außerdem seien das gezielte Indikatoren für Klimaveränderungen. Durch das Anbohren der Blockgletscher werden Temperaturänderungen der letzten Jahrtausenden festgestellt, erklärt Dr Marc Ostermann vom Institut für Gologie und Paleontologie der Universität Innsbruck beim Pressegespräch im „Mehlerhaus“ in Tux.

In ganz Österreich setzen sich heuer über 300 Freiwillige für die Alpen ein. In 30 Umweltbaustellen und Bergwaldprojekten des ÖAV werden Wanderwege instandgesetzt, Almen geschwendet und Schutzwälder aufgeforstet. Eine sehr wichtige und begrüßenswerte Initiative des Österreichischen Alpenvereines in Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hochgebirgs Naturparks Zillertaler Alpen, der Poliitik des Landes Tirol und vor allen den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern, die ihre Freizeit in den Dienst der guten Sache stellen.
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Maria Mifka aus Telfs | 23.08.2016 | 15:22   Melden
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