20.06.2016, 12:36 Uhr

Blaue Zone: Leopoldsdorf droht Parkplatz-Hölle

Der Wiener Stadtteil in Leopoldsdorf: Robert Gahmel und Helmut Syrch von der Bürgerliste warnen vor Pendlerflut. (Foto: Bürgerliste)

Stadtgrenze mitten durch Ort: Die Einführung des Parkpickerls in Favoriten 2017 hat dramatische Auswirkungen auf Gemeinde.

Im Herbst will Favoriten das Parkpickerl in Angriff nehmen, um es bei der Eröffnung der neuen U1-Achse bis Oberlaa im Frühjahr 2017 in die Tat umzusetzen. Das sorgt nicht nur im einwohnerstärksten Bezirk (knapp 200.000 Menschen) für Aufregung. Die Maßnahme trifft auch die 5000 Seelen-Gemeinde Leopoldsdorf voll ins Mark.
Denn die Stadtgrenze verläuft durch die Ortschaft. Da die künftige U1-Endstation nur ein paar Fahrminuten von Leopoldsdorf entfernt liegt, drohen den Einwohnern gleich zwei massive Probleme. Zum einen soll das Pickerl flächendeckend sein. Das betrifft auch den Leopoldsdorfer Ortsteil Wien-Stierofen.
Zum anderen erwarten Vekehrsexperten eine Flut an Pendlern, die ihre Autos künftig nicht mehr rund um den Reumannplatz oder entlang der Laaer-Berg-Straße abstellen, sondern in Leopoldsdorf.
Von dort führt nämlich eine Schnellbuslinie über die künftig für den Autoverkehr gesperrte Leopoldsdorfer Straße direkt zu den Silberpfeilen. In Favoriten laufen FP, VP und Neos gegen die rot-grüne Entscheidung Sturm.

Park&Ride nur mini

In Leopoldsdorf wirft sich die "Bürgerliste" in die schwere Schlacht. Obmann Helmut Syrch: „Favoriten macht es sich einfach und verdrängt das Parkplatzproblem nach Leopoldsdorf. Speziell der nördliche Teil von Leopoldsdorf wird komplett zugeparkt werden. Das können wir uns nicht gefallen lassen!“ Bei der Station Neulaa ist nur eine kleine Park&Ride-Anlage für rund 300 Autos geplant. Zu wenig für den Pendlerverkehr aus den Bezirken Schwechat, Baden und Mödling.
Neben Leopoldsdorf droht das Problem auch auf Kledering und Schwechat überzuschwappen. Denn auch Simmering gerät jetzt unter Zugzwang. Gemeinderat Robert Gahmel (Bürgerliste): „Leopoldsdorf darf kein Pendlerparkplatz werden. Unsere Gemeinde muss jetzt rasch reagieren, um unsere Anrainer zu schützen! Wir fordern eine dringende Sondersitzung des Verkehrsausschusses!“
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