07.09.2016, 11:57 Uhr

„Die Spitze des Eisbergs wird aktiv“

Gerhard Klinger beim AK-Sommergespräch

Die meisten Unternehmen halten sich an Arbeitsrecht und bezahlen fair, doch leider nicht alle.

BEZIRK. In der Beratungspraxis der Arbeiterkammer (AK) Steyr gehören falsche Lohn- und Gehaltseinstufungen, falsch oder gar nicht verrechnete Überstunden und Zulagen zum Tagesgeschäft. Ein Teil der „Schwarzen Schafe“ wird regelmäßig im „Schwarzbuch Arbeitswelt“ aufgelistet. Darin veröffentlicht die Arbeiterkammer jene Unternehmen, die die Rechtsexperten am meisten beschäftigen. Das Schwarzbuch zeigt, dass es Unternehmen auch bei eindeutigen Arbeitnehmeransprüchen immer wieder auf Streit ankommen lassen. „Auflösungen des Arbeitsverhältnisses und Entgeltforderungen kommen bei uns in Steyr am häufigsten vor“, sagt AK-Bezirksstellenleiter Gerhard Klinger und gibt beim AK-Sommergespräch einige Beispiele, die die Arbeiterkammer Steyr zuletzt beschäftigten.

Schwarzbuch Arbeitswelt

In den top 10 der österreichischen Unternehmen, die das Arbeitsrecht heuer schon verletzt haben, findet sich zwar keine Firma aus der Region Steyr, Beschäftigung hatte man auf der AK Steyr dennoch genug: 98 Akte mussten bis Ende August 2016 eröffnet, 1768 Berufstätige vertreten werden. „Klagen heißt nicht, dass man sofort sein Geld bekommt“, betont Klinger und weist dabei auf die zum Teil mehrjährige Verfahrensdauer hin. Drei Jahre lang dauerte beispielsweise der Rechtsstreit einer Steyrerin gegen einen Kegelbahnbetreiber im Bezirk Amstetten. Die AK Steyr ging vor Gericht – nach jahrelangem Kampf musste der Kegelbahnbetreiber der Frau 24.000 Euro zurückzahlen. „Aus unseren Beratungen wissen wir, dass vor allem im EDV-Bereich in den nächsten Jahren noch einiges auf uns zukommen wird“, sagt Klinger, „da geht es um Datenschutz, E-Mail-Weitergabe etc.“
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