04.04.2016, 14:38 Uhr

Letzte Fahrt der Eisgratbahn

In der letzten Gondel der Eisgratbahn fuhren Renate und Heinrich Klier.
NEUSTIFT. 44 Jahre war die Zweiseilumlaufbahn Eisgrat das Herzstück der Lifte am Stubaier Gletscher. Seit vergangenen Samstag hat sie nun ausgedient. Zum Abschied wurde Grande Dame der Stubaier Gletscherbahn noch einmal gebührend gefeiert.

Bei der Bergstation Eisgrat STAND eine Kabine der alten Zweilseilumlaufbahn, die als Fotomotiv für einen Selfiecontest dient. Als Gewinn lockt neben einem Andenken, die Fahrt samt Tagesskipass in der ersten Kabine der neuen 3S Eisgratbahn, die am 29. Oktober 2016 ihren Betrieb aufnehmen soll. Ab 12 Uhr spielten die Band „Servus aus Tirol“ und die „Nostalgie-Schigruppe- Feuerkogel“ aus Ebensee sorgte für ungewöhnliche Momente.

Die allerletzte Fahrt, war einer ganz besonderen Person vorbehalten, ohne die es den Stubaier Gletscher erst gar nicht gäbe. Der Erbauer der Eisgratbahn und somit der Grundsteinleger für die Erfolgsgeschichte, Heinrich Klier, nahm zum Abschluss letzte Gondel talwärts.

Unten angekommen, wurde er von den Neustifter Schützen und der Musikkapelle in Empfang genommen. Mehrere Redner dankten dem Seilbahnpionier für seine Leistungen, bevor sein Sohn Reinhard mit der Öffnung einer der neuen Gondeln einen Ausblick auf die Zukunft der Eisgratbahn gab.

Die Eisgratbahn

1972 brachte diese als erste Seilbahnanlage des neu eröffneten Gletscherskigebietes die Skifahrer auf den Stubaier Gletscher. 1995 wurde sie erneuert und macht jetzt nach 44 Jahren der neu zu errichtenden 3S Eisgratbahn Platz. Bis zu ihrem letzten Betriebstag stand die Eisgratbahn 125.400 Stunden in Betrieb, ca. 61.000 Tonnen Güter wurden transportiert und 45.810.000 Personen wurden befördert. Diese beeindruckenden Zahlen machen deutlich, dass sich die Eisgratbahn ihren Ruhestand wahrlich verdient hat.

Größtes Projekt

Die 3S Eisgratbahn, deren Bau das größte Investitionsprojekt seit Bestehen des Stubaier Gletschers ist, bringt für die Gäste gleich mehrere Vorteile: Die Panoramagondeln bieten Platz für 32 Personen. Durch die hohe Fahrgeschwindigkeit von 25 km/h verkürzt sich die Fahrzeit auf 11 Minuten. Das moderne Bahnsystem zeichnet sich durch hohe Windstabilität aus. Die neue Talstation rückt zu den Parkplätzen, dadurch entfällt die Fahrt mit dem Parkplatz Pendelbus. Dank der Beförderungskapazität von 3.000 Personen pro Stunde gehören Wartezeiten der Vergangenheit an. Im Rahmen des Projektes wird eine neue Talabfahrt in Form einer Skiroute von der Mittelstation zur Talstation errichtet. Die aktuelle Investitionssumme beläuft sich auf 60 Millionen Euro.
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