03.04.2016, 13:22 Uhr

Vietnam- ein Land reich an bunten, kleinen Plastikstühlen

Nudelsuppe zum Frühstück, Hund zum Mittagessen, Krokodil zum Abendessen und Verkehrsteilnehmer, die fröhlich drauf los hupen.

Reiseverlauf: Hanoi, Ninh Binh, Hue, Hoi An, Da Lat, Mui Ne, Ho Chi Minh City
Reisedauer: 2 Wochen
Reisezeit: Februar
Wetter: Hätte ein bisschen besser sein können

Wer sich auf eine Reise nach Vietnam begibt, kann sich auf ein aufregendes Abenteuer freuen. Den Rucksack am besten mit Neugier, Wanderlust, Erwartungen und Magen-Darm Tabletten ausstatten.

Gleich am Flughafen mausert man sich zum Millionär, da 25.000 Dong einem Euro entsprächen. Mit reichlichen Moneten ausgestattet geht’s dann also los.

Wo sind die Herztropfen?

Sobald man in der Hauptstadt Hanoi angekommen ist, hätte man sich gewünscht auch noch Herztropfen eingepackt zu haben: Rote Ampeln werden ignoriert, Zebrastreifen wurden nur zur Zierde aufgemalt, Massen an voll bepackten Mopedfahrern die ihr Gefährt mit einem Klein-Lkw vertauschen und um das Ganze noch musikalisch zu umrahmen ertönt ein Hupkonzert der besonderen Sorte.

Würde der Radio alle Geisterfahrermeldungen durchsagen, könnte den ganzen Tag keine Musik mehr gespielt werden. In etwa so kann man sich den Verkehr in Vietnam ausmalen und richtiges Herzklopfen bekommt spätestens, wenn man versucht die Straße zu überqueren.

Hygiene? Fehlanzeige!

Die Küche in Vietnam bereitet einem herrliche Gaumenfreuden. Von den hygienischen und baulichen Gegebenheiten abgesehen, kommt man hier immer auf seine Kosten. Frisch gepressten Fruchtsmoothies, Nudeln und Reis in allen erdenklichen Variationen, Gemüse und Frühlingsrollen lassen Gourmetherzen höher schlagen.

Wir bevorzugten aber die kleinen Garküchen, wo auch die Einheimischen ihre Mahlzeiten einnahmen. Diese befanden sich meist in kleinen Gassen und gleich neben der Straße auf dem „Gehsteig“. Sobald man es sich auf einem Mini-Plastikstuhl bequem gemacht hat, werden einen ein paar köstliche Gerichte vorgeschlagen. Richtig lecker und richtig vietnamesisch.

Mit dem Moped zum Wolkenpass

Um von Hue nach Hoi An zu gelangen, leiht man sich am besten ein Moped aus um den Wolkenpass auf eigene Faust zu bezwingen.
Der Wolkenpass bildet die Grenze und Wetterscheide zwischen Nord- und Südvietnam. Oft ist der Pass in Wolken gehüllt, doch hat man Glück, so kommt man in den Genuss eines atemberaubenden Panoramas. Der Mopedverleiher stattet einen dann mit einer „sehr detaillierten“ Karte aus und gibt einem den Rat sich Zeit zu nehmen, da man für den Weg nur vier Stunden benötige.

Gesagt getan… Schlussendlich brauchten wir sieben Stunden und hatten uns dank der ausführlichen Karten ein paar Mal verfahren. Ganz bestimmt nicht absichtlich hatte man uns auch die Information unterschlagen, dass wir zur Rushhour mitten durch die drittgrößte Stadt Vietnams durchfahren müssen.
Diese halbe Stunde ist mir nur mehr schleierhaft in Erinnerung, da mir ein paar Mal das Herz stehen geblieben ist und ich oft die Augen zu drücken musste.

Endlich Urlaub!

Hoi An- ein Meer an wunderbunten, leuchtenden und strahlenden Lampions, Stadt der Schneider und sozusagen das Touristenzentrum Vietnams. Hier ist es nur schwer an den farbenfrohen und reichlichen Geschäften vorbei zu schlendern.
Ein Täschchen hier, eine Schlabberhose da und dann noch ein paar Lampions, weil diese ja so billig sind. Weiteres bietet Hoi An einen Zugang zum Meer. Erst als wir es uns in den Liegestühlen gemütlich machten und uns das Rauschen des Meeres in den Ohren lag, fühlten wir uns zum ersten Mal, als wären wir im Urlaub.

Das sehr westlich angehauchte Da Lat wird auch als Honeymooncity bezeichnet, da die Vietnamesen dort ihre Flitterwochen verbringen.
Für all jene die nach Da Lat kommen, steht auf der To-Do Liste das „Crazy House“ ganz oben. Diesem Haus kann man keinen bestimmten Baustil zuordnen. Höhlenartige Zimmer und Nischen, gewundene Treppen die sogar über die Dächer führen, eine scheinbar zufällig gewählte Farbauswahl, verschlungene Gänge und dies alles umrahmt mit bunten Sträuchern und Bäumen. Es besteht sogar die Möglichkeit zur Übernachtung.

Ein bisschen außerhalb gibt es tosende Wasserfälle zu bestaunen und eine Baumwollfabrik. In Da Lat fühlt man sich als wäre man in einem englischen Vorort, nur die lauten und chaotischen Märkte lassen auf Vietnam schließen.

Es geht wieder zurück

Mui Ne besticht mit seinen atemberaubenden roten und weißen Sanddünen. Strahlend blauer Himmel, saharareife Sanddünen, nette Fischrestaurants, Wildziegen, Meer und mehr.

Last day-last stop-Ho Chi Minh City. Von vielen auch noch Saigon genannt. Man stelle sich Hanoi vor, nur in noch extremer jeder westlicher. Hier sichteten wir zum ersten Mal Supermärkte. Von dort aus ging unser Flug wieder zurück in eine andere Welt…in unsere Welt.

Fazit: Ein Land für Abenteurer und es ist von großem Vorteil, wenn man ein klein gewachsener Tourist ist.
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