15.03.2016, 16:00 Uhr

Keine Atempause für diese "grüne Lunge"

Bezirksforstinspektor Franz Pikl (Foto: Bezirksforstinspektion)

Borkenkäfer, Rodungsdruck und Bauprojekte sorgen für eine starken Anstieg des Holzeinschlags.

VÖLKERMARKT. 55.656 Hektar des Bezirkes Völkermarkt sind Waldfläche, was 61,3% entspricht. Neben der Funktion als Regulator für den Wasser- und Klimaausgleich erfüllen die Wälder auch eine wichtige Schutzfunktion und dienen als Erholungsgebiet.

Der Baumbestand

Beim Baumbestand hat die Fichte mit 55% den höchsten Anteil, danach folgt Rotbuche mit 12%, Weißkiefer mit 8%, Lärche mit 3% sowie Tanne und Eiche mit jeweils 1%.
Besonders in den letzten Jahren ist ein deutlicher Baumartenwandel zu bemerken. So nimmt der Fichtenanteil zu Gunsten von Kiefer, Pionierbaumarten und meist künstlich eingebrachten Laubmischwaldbeständen deutlich ab. Dabei gewinnen in Zeiten des Klimawandels und der sich verschärfenden Borkenkäferproblematik stabile Mischbestände zunehmend an Bedeutung. "Der Mischwald hat den Vorteile, dass die Folgen von Temperaturerhöhungen und Schwankungen im Niederschlag minimiert werden können", erklärt Bezirksforstinspektor Franz Pikl.

Großer Waldeingriff

Laut Pikl hat sich im Zentralraum der Rodungsdruck für landwirtschaftliche Flächen stark erhöht. Zudem stellt der Bau der Koralmbahn den größten Waldeingriff in der Dobrowa zwischen Bleiburg und Kühnsdorf seit vielen Jahrzehnten dar.
Ab dem Jahr 2010 stieg der Holzeinschlag im Bezirk Völkermarkt stark an und liegt derzeit bei rund 300.000 Festmeter pro Jahr. Ausschlaggebend dafür waren einerseits das steigende Schadholzaufkommen, aber auch die seit diesem Zeitpunkt kontinuierlich hohen Rundholzpreise.

Steigende Schadholzmenge

Die Schadholzmenge, verursacht durch Borkenkäfer, stieg im Jahr 2015 auf rund 53.000 Festmeter. Besonders im Bereich des Jaunfeldes, hat sich die Borkenkäfersituation dramatisch verschärft.
Des Weiteren kam es im Februar 2014 durch Eisregen in den Karawanken und im Bereich Mittertrixen zu einem hohen Schadholzanfall. Dabei kam es bei allen Baumarten zu massiven Schäden, wobei im Bereich vom Obir bis zur Petzen und im Trixnertal der Bestand einiger Hänge flächig entfernt werden musste.

Zur Sache

Zwei Drittel des Waldes im Bezirk Völkermarkt befinden sich im Eigentum von Waldbesitzern unter 200 Hektar, wobei über die Hälfte des Waldes privater Kleinwaldbesitz bis 200 Hektar ist.
Insgesamt kann die Anzahl der Waldbesitzer auf über 6.000 Eigentümer geschätzt werden.
Ab dem Jahr 2010 stieg der Holzeinschlag im Bezirk stark an und liegt seit diesem Zeitpunkt bei rund 300.000 Festmeter pro Jahr.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.