20.04.2016, 11:00 Uhr

"Alles, was Gott verboten hat"

(Foto: Bezirksblätter)
WIENER NEUSTADT, NEUNKIRCHEN . "Das sind Mengen, wie ich sie noch nie bei einer Verhandlung erlebt habe" , so Staatsanwalt Dr. Udo Kremnitzer beim Anklagevortrag am ersten Prozesstag. Fünf Personen, vier Männer und eine Frau zwischen 21 und 37 Jahren alt, sollen von Anfang 2013 bis Oktober 2015 "alles, was Gott verboten hat, ausser Heroin" ge- und in ihren beiden Heimatbezirken Wiener Neustadt und Neunkirchen wieder verkauft haben. Gekauft wurden die Drogen in Ungarn oder im sogenannten "Darknet", der "dunklen Seite" des Internets. Unter anderem sollen die Angeklagten einem verdeckten Ermittler drei Kilogramm Kokain und 18 Kilogramm Amphetamin angeboten haben.
Alle fünf Beschuldigten erklärten sich vor Gericht "schuldig" oder "teilweise schuldig". Der Hauptangeklagte gab an, an einer sehr schmerzhaften Krankheit zu leiden und auf der Suche nach Therapie bei den Drogen gelandet zu sein.
Der Viertangeklagte wurde vom Prozess ausgeschieden. Bei ihm soll ein psychiatrisches Gutachten seine Deliktfähigkeit feststellen, nachdem er vor Gericht erklärt hatte, Gott und "für den Osten zuständig" zu sein.
Der Drittangeklagte, als einziger nur für den Verkauf von Drogen, aber nicht für den Kauf angezeigt, wurde bereits schuldig gesprochen. Das - nicht rechtskräftige Urteil:zwei Jahren bedingte Haft und Bewährungshilfe.
Der Prozess gegen die drei verbliebenen Angeklagten geht Ende Mai weiter.
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