Der grüne Kaizar wurde rot

Christian Kaizar hat sich nach entgegengebrachtem Misstrauen der Grünen für die SPÖ entschieden
  • Christian Kaizar hat sich nach entgegengebrachtem Misstrauen der Grünen für die SPÖ entschieden
  • hochgeladen von Vera Aichhorn

Bezirksrat der Grünen Alsergrund, Christian Kaizar, wechselt die Fronten und tritt der SP bei. In der Bezirksvertretung nimmt er den Grünen somit ein Mandat und fungiert als wilder Mandatar. Inhaltlich wird sich nichts ändern, beteuert Kaizar.

Christian Kaizar gehört zu den Urgesteinen bei den Alsergrunder Grünen. Seit 19 Jahren ist er als Bezirksrat aktiv, schon vorher engagierte er sich in der Grünen Bewegung. Nun hat er sich von der grünen Fraktion im Bezirk abgewandt und wird als wilder Mandatar in der Bezirksvertretung vertreten sein. Stein des Anstoßes war ein Angebot der SPÖ, den Vorsitz der Verkehrs- und Infrastrukturkommission einem grünen Mandatar zur Verfügung zu stellen. Christian Kaizar, der in den letzten fünf Jahren schon federführend die Verkehrspolitik mitgestaltete, bot sich für den Posten an.
Der Grüne Klub im Bezirk hatte jedoch in einer internen Besprechung insgeheim schon Stefan Freytag für diesen Posten nominiert. Die bisher verfolgte Verkehrspolitik des rot-grünen Konsenses habe in den vergangenen Jahren zu wenig Kontur der Grünen gezeigt, zitiert Kaizar den Vorwurf, der ihm von seinem Klub unterbreitet wurde.

Kein eigener SP-Vorschlag
Die SP favorisierte jedoch Kaizar und stellte in der konstituierenden Sitzung der Verkehrskommission keinen Wahlvorschlag von der eigenen Partei. Somit wurde in der geheimen Abstimmung Chris­tian Kaizar mit sieben der 13 Stimmen gewählt. Zwei Stimmen fielen auf Ex-Bezirksvorsteherin-Stellvertreter Stefan Freytag, eine Stimme ging an Bernd Saurer der FPÖ und drei Mandatare enthielten sich der Stimme. Erst nach diesem Wahlergebnis und dem entgegengebrachten Vertrauen von Seiten der SP entschied sich Kaizar, den Grünen Klub zu verlassen.

Inhaltlich keine Veränderung
„In den letzen Wochen wurde mir von Seiten der Grünen massives Misstrauen, von Seiten der SPÖ hingegen starkes Vertrauen entgegengebracht,“ erklärt Kaizar seinen Wechsel. Er ist somit nun Mitglied der SPÖ und agiert in der Bezirksvertretung als wilder Mandatar, da rein rechtlich der Wechsel von einem Klub in den anderen nach der Wahl nicht möglich ist. „Ich freue mich, in Zukunft auf eine weitere kompetente Stimme für die Anliegen der Bürger sowie für die SPÖ-Alsergrund in der Bezirksvertretung zählen zu können“, kommentierte die Bezirksvorsteherin Martina Malyar den Wechsel.
An der Verkehrspolitik wird sich jedoch nichts ändern, beteuert das Neo-SP-Mitglied. Die gemeinsame rot-grüne Linie, die auch die Zusammenarbeit auf Stadtebene widerspiegelt, würde auch im Bezirk weiter geführt.

Absehbar
Bei den Grünen zeigt man sich enttäuscht: „Der Abgang Chris­tian Kaizars hat sich abgezeichnet. Insofern ist dieser Schritt aus seiner Sicht nur konsequent“, meint die grüne Bezirksvorsteherin-Stellvertreterin Momo Kreutz. Grüne Klubobfrau im Bezirk, Christa Schmid, wittert eine Strategie der SPÖ, gute Leute in die eigenen Reihen zu locken.
Kaizar sieht durch seinen Farbwechsel jedoch kein großes Prob­lem, denn die rot-grüne Mehrheit in der Bezirksvertretung bleibe zahlenmäßig gleich groß vertreten. „Ich hoffe aber, dass die Grünen auch künftig die Entscheidungen mittragen“, ist sich Kaizar über die Zusammenarbeit noch unsicher.

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