05.04.2017, 12:52 Uhr

Humans of Vienna: Wiener wie du und ich • Teil 5: Hana

(Foto: Frantisek Zboray/Humans of Vienna)

Wienerin der Woche: Hana (34) aus Alsergrund.

Im April vor einem Jahr kam unsere Tochter Amina zur Welt. Vor ein paar Jahren hätte ich niemals geglaubt, dass ich überhaupt heiraten werde, geschweige denn ein Kind bekomme. Aber so ist das Leben, es kommt immer anders, als man denkt.

Unsere Tochter hat unser Leben verändert, aber auf eine positive Weise. Man hört ja immer wieder Horror Geschichten, wo genau das Gegenteil eintritt. Sie hat uns als Paar und die ganze Familie noch mehr zusammen gebracht. Wir haben von Anfang an immer bewusst darauf geachtet, dass keine Panik und Hektik entsteht. Die Kinder spüren alles und deshalb ist es enorm wichtig, dass man dafür sorgt, dass sie so wenig wie möglich negative Stimmungen wahrnehmen. Wir sind sehr dankbar, dass wir von unseren Familien und Freunden Unterstützung bekommen. Jeder hilft uns auf seine Weise.

Unsere Tochter ist ein Sonnenschein und lacht die ganze Zeit. Sie schenkt uns so viel Liebe und wunderschöne Momente, dass man die Sorgen und Zweifel, die dazugehören, wieder vergisst. Je mehr wir in die Elternrolle hineinwachsen, um so mehr können wir unsere Eltern verstehen. Am Anfang will man alles anders und besser machen, aber man kommt mit der Zeit drauf, dass die Eltern schon in vielen Sachen Recht haben. Es ist ein Lernprozess der nie aufhört und das ist das schöne daran. Das Leben bedeutet Veränderung und es gibt kein besseres Beispiel dafür, als ein kleines Kind wachsen zu sehen. Jeden Tag lernt es etwas neues und entwickelt sich weiter. Die ersten Monate sind natürlich eine Herausforderung, aber wenn man bereit sich zu verändern dann geht es leichter.

Am 18. April fange ich wieder an als OP-Schwester zu arbeiten. Ab da wird sich hauptsächlich mein Mann um unsere Tochter kümmern. Ein neuer Abschnitt und eine neue Herausforderung.

Hintergrund:

Die Porträtserie zeigt typische Wienerinnen und Wiener, die in der Ich-Perspektive ihre Geschichte erzählen. "Humans of Vienna" nennt der Autor und Fotograf der Texte bzw. Bilder, Frantisek Zboray, seine Porträts über Menschen, die sich in dieser Stadt tummeln. Inspirieren ließ sich Zboray dabei von den im Internet berühmt gewordenen Straßenporträts "Humans of New York" des Fotografen und Bloggers Brandon Stanton. Als "Wiener der Woche" werden sie in der bz vorgestellt. Es sind alle diese persönlichen Geschichten, die Banalitäten des Alltäglichen, die Besonderheiten jeder einzelnen Person, wenn man so will, aus denen sich der Charakter dieser Stadt zusammensetzt. Geschichten über Sie und Erzählungen über uns. Der ihnen gemeinsame rote Faden ist die Stadt, die uns alle geprägt hat und weiterhin prägt: Wien.

Zborays gesammelte Porträts sind auf der Facebookseite "Humans of Vienna" zu finden.
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