Eingeschlafen
Bei diesen Großprojekten in der Brigittenau steht man aktuell auf der Bremse
- Bei der Wallensteinstraße wird sich wohl länger nichts Neues tun. Was bleibt aktuell im Bezirk noch liegen?
- Foto: Ronja Reidinger
- hochgeladen von Ronja Reidinger
Nicht jedes Projekt im Bezirk gelingt reibungslos. Bei einigen Vorhaben ist aktuell nicht viel Aktivität bemerkbar. MeinBezirk hat sich den aktuellen Status bei der Wallensteinstraße, dem Hannovermarkt und der ehemaligen AUVA-Zentrale angesehen.
Artikel aktualisiert am, 10. August, 13.50 Uhr.
WIEN/BRIGITTENAU. Der Bezirk ist im stetigen Wandel. Insbesondere im Sommer zeigen die zahlreichen Baustellen im Straßenbetrieb, dass an der Zukunft Wiens und der Brigittenau gearbeitet wird.
Nicht alle angekündigten Projekte werden aber zeitnah umgesetzt. In der Brigittenau gibt es einige Ideen, die aktuell auf Eis liegen oder an denen noch länger gearbeitet wird. MeinBezirk hat sich eingeschlafene Großprojekte der Brigittenau angesehen.
Kommt die Wallensteinstraße noch?
Das Thema Wallensteinstraße war in den vergangenen Bezirksvertretungssitzungen in der Brigittenau eines der zentralen Themen. Die Neugestaltung der Einkaufsstraße findet sich im Regierungsabkommen 2025 zwischen Neos und SPÖ.
Der inoffizielle Stopp der Pläne wurde Anfang 2026 bekannt, als es zwischen Stadt und Bezirk Aussage gegen Aussage stand: Vonseiten der Stadt meinte man, bisher keinen Auftrag zur Umgestaltung erhalten zu haben. Aus dem Bezirk hieß es, dass man dem bereits nachgekommen sei. An den Aussagen hält man auf Anfrage auf beiden Seiten weiter fest. Sieht man sich die aktuelle finanzielle Situation der Stadt an, bietet sich auch eine andere Erklärung an: Die Stadt hat kein Geld.
- Nach einer Bürgerbefragung soll die Wallensteinstraße vor allem grüner und fahrradfreundlicher werden.
- Foto: CreativeCommonsZero/Gugerell
- hochgeladen von Kathrin Klemm
Aus dem Büro der Bezirksvorstehung heißt es, dass die Umgestaltung der Wallensteinstraße nicht vom Tisch wäre und man weiter an den Umgestaltungsplänen festhält. "Es gibt die Bürgerbefragung. Anhand dessen wird es eine Umsetzung geben", heißt es aus dem Bezirk. Wie es aber mit der Wallensteinstraße weitergeht, steht aktuell in den Sternen, ein weiterer Zeitplan kann aktuell nicht genannt werden. Finanziell könnte ein solches Großprojekt nur mit den Mitteln der Stadt gestemmt werden.
Wo bleiben die Marktpläne?
Um den neuen Hannovermarkt ist es ruhig geworden. Bis 2030 möchte der pinke Flügel der Stadtregierung den Markt mit mehr Schatten, Grün und Platz zum Sitzen umgestalten. Dabei möchte man laut Neos auf Ideen aus der Bevölkerung setzen. Konkrete Pläne gibt es aktuell nicht.
Eine Neos-Sprecherin meint: "Stadt und Bezirk stimmen sich derzeit eng ab, wie die Umgestaltung des Hannovermarkts am besten und effizientesten umgesetzt werden kann." An der Umgestaltung bis 2030 hält man weiter fest. "Ehrliche Politik heißt aber auch zu sagen, was derzeit geht und was nicht. Das Budget lässt aktuell nur schrittweise Veränderungen zu", heißt es weiter. Den Anfang würden Hitzeschutzmaßnahmen machen. Geplant seien etwa neue Markisen für den Bauernmarkt. Wann damit begonnen werden kann, ist derzeit nicht eruierbar.
- Neos hat bereits Visualisierungen für eine neuen Hannovermarkt präsentiert. Diese sollen aber nur als Inspiration dienen.
- Foto: Neos
- hochgeladen von Marlene Graupner
Der Bezirk saniert aktuell zumindest die Toilettenanlagen des Marktes. Diese sollen künftig überwacht werden, da es in der Vergangenheit immer wieder zu starken Verunreinigungen gekommen ist. Laut der zuständigen MA 48 läuft die Sanierung in zwei Bauphasen ab. " Währenddessen sind immer Kabinen benutzbar. Aus heutiger Sicht ist die Sanierung Ende September abgeschlossen", heißt es weiter.
Ein Betondenkmal
Seit 2020 steht das ehemalige Verwaltungsgebäude der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) in der Adalbert-Stifter-Straße 65–67 leer. Die Mitarbeiter sind mittlerweile aus dem Betonturm aus dem Jahr 1977 in ein moderneres Gebäude auf dem Wienerberg gezogen. Als Gründe für den Umzug wurden damals der bauliche Zustand und teure Brandschutzauflagen genannt.
- Das Bundesdenkmalamt möchte das ehemalige Forschungs- und Verwaltungszentrum der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) unter Denkmalschutz stellen. Die AUVA spricht sich dagegen aus. (Archiv)
- Foto: Kathrin Klemm
- hochgeladen von Michael Marbacher
Eine mögliche Nachnutzung wird in den Augen der AUVA allerdings aktuell erschwert: Das Bundesdenkmalamt möchte das Gebäude unter Denkmalschutz stellen und hat im September 2025 einen Antrag dazu gestellt. Die AUVA sprach sich dagegen aus und hat Beschwerde eingereicht, weshalb die Causa nun vor dem Bundesverwaltungsgericht liegt. Laut dem Bundesdenkmalamt verfügt die alte AUVA-Zentrale über ausreichend historische, künstlerische und kulturelle Bedeutung, um als Denkmal zu gelten.
Das Verfahren um das Gebäude ist laut einer Sprecherin nach wie vor anhängig. "Da es sich um ein offenes Verfahren handelt, können wir aktuell weder eine inhaltliche Auskunft noch eine zeitliche Prognose für den Abschluss des Verfahrens geben", heißt es allerdings.
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