Nach ÖVP-Forderung
Stadt Wien bleibt beim Nein zu Sobieski-Denkmal am Kahlenberg
- Der polnische Botschafter und die nicht amtsführende Stadträtin, Kasia Greco (ÖVP) machen sich für ein Sobieski-Denkmal am Kahlenberg stark.
- Foto: ÖVP
- hochgeladen von Fabian Franz
Polen eilte der Wiener Bevölkerung unter König Jan III. Sobieski bei der Türkenbelagerung zur Hilfe. Dafür sollte ein Denkmal am Kahlenberg entstehen. Aufgrund aktueller Entwicklungen möchte die Stadt dies jedoch nicht mehr. Kritik kommt vom polnischen Botschafter und von der ÖVP.
WIEN/DÖBLING. Die Errichtung eines Denkmals für den polnischen König Jan III. Sobieski auf dem Kahlenberg sorgt erneut für politische Spannungen. Im Zentrum steht dabei ein bereits vor Jahren errichteter, aber bislang leer gebliebener Sockel am historischen Schauplatz der Entsatzschlacht von 1683.
Die ÖVP Wien kritisierte bei einem Termin mit dem polnischen Botschafter Zenon Kosiniak-Kamysz die "anhaltende Untätigkeit" der Stadtregierung. Die nicht amtsführende Stadträtin, Kasia Greco (ÖVP), bezeichnete den ungenutzten Sockel als "Symbol für ein gebrochenes Versprechen".
"Bereits gewürdigt"
Laut dem Botschafter sei Polen weiterhin bereit für Gespräche. "Sobieski hat hier einen entscheidenden Beitrag zur Verteidigung Wiens geleistet. Ein würdiges Denkmal an diesem Ort wäre ein wichtiges Zeichen der Anerkennung und der gemeinsamen europäischen Erinnerungskultur“, so der Botschafter.
- Zu Ehren des polnischen Königs Jan III. Sobieski soll am Kahlenberg ein Denkmal errichtet werden. Einen Sockel gibt's bereits – mehr wird es auch nicht geben.
- Foto: Stadt Wien/Bubu Dujmic
- hochgeladen von Laura Rieger
Aus dem Büro von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) hält man dieser Forderung entgegen, dass die Rolle Sobieskis bereits umfassend im Stadtbild gewürdigt werde. Ein zusätzliches Denkmal in der vorgeschlagenen Form werde derzeit nicht weiterverfolgt. "Ein martialisches Reiterstandbild als Erinnerung an kriegerische Handlungen ist eine Darstellungsform des 19. Jahrhunderts, die durch Leid- und Kriegserfahrungen des 20. Jahrhunderts unmöglich geworden ist", heißt es.
Abschließend erklärt man, dass die Stadt Wien im "offenen und respektvollen Austausch" mit internationalen Partnern bleibt und diesen Dialog auch mit Polen auf kultureller und inhaltlicher Ebene fortführe.
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