War der Kampf um Hainburg umsonst?

Im Dezember 1984 zogen 8000 Menschen in die Stopfenreuther Au und verteidigten unter Einsatz ihres Lebens die Natur gegen die von Wirtschaft und Politik geplante Zerstörung. Zahlreiche Aktivisten und Medienberichterstatter wurden dabei verletzt. Eine Demonstration mit 40.000 Teilnehmern in Wien protestierte gegen die Errichtung des Kraftwerks Hainburg und die Zerstörung der Donauauen.
Nach einer Nachdenkpause, der Aufhebung des Wasserrechtsbescheides durch den VwGH, wurde im Oktober 1996 ein Staatsvertrag zwischen der Republik Österreich und den Bundesländern Wien und Niederösterreich zur Errichtung und Erhaltung eines Nationalpark Donau-Auen unterzeichnet.
Fauna und Flora konnten sich nun zwanzig Jahre ungehindert ausbreiten und ihre Vielfalt zur Schau stellen. Die gefeierten Vertragspartner von damals tragen immer noch die Verantwortung für das Wohlergehen der Bevölkerung und den Schutz der Natur. Erinnern sie sich noch an die Verträge, die sie zu Gunsten der Natur geschlossen haben? Wollen sie heute dem neuerlichen Druck der Wirtschaft standhalten und für den Erhalt der Natur kämpfen?
Vor wenigen Monaten hat die Wiener Stadtregierung die Flächenwidmung für die Errichtung der Stadtstraße Hirschstetten, einer 4spurigen kreuzungsfreien Hochleistungsstraße, quer durch Siedlungsgebiete beschlossen und den Bau des Lobautunnels damit gefördert. Der mit sieben Jahren projektierte Tunnelbau bringt massive Belastungen für Natur und Anrainer, die Beeinträchtigung des Wiener Trinkwassersees und der Grundwasserströme durch die Grabungsarbeiten kann kaum verhindert werden und die Beschädigung der Dichtwannen beim Tanklager Lobau könnte eine Naturkatastrophe auslösen.
Nun nach der Wien-Wahl gibt es bei den politischen Verantwortlichkeiten kaum Änderungen. Im Regierungsübereinkommen einigt man sich auf eine neue Donauquerung, obwohl die Brigittenauer Brücke kaum befahren wird, die Praterbrücke trotz zahlreicher Zubauten immer noch zu schmal ist. An der Stadtstraße hält man fest, obwohl Wien als Smart City beworben wird und man die Versiegelung von Freiflächen verhindern möchte.
Unterstützung findet die Stadtregierung nun durch den Verein „Mein Auto“, dem namhafte Wiener Autohändler angehören, durch seine Forderung nach einer Außenringautobahn. Gefordert werden mehr Straßen, mehr Parkplätze, mehr Auto, mehr Unterstützung aus Steuergeldern und natürlich der Lobautunnel! Dass dies nicht ohne Zerstörung von Grünraum, nicht ohne Verringerung der Lebensqualität, nicht ohne Lärm und Staub, nicht ohne Ressourcenvernichtung möglich sein wird ist offensichtlich nicht so wichtig.
Aber warum soll die Außenringautobahn mitten durch die Donaustadt geführt werden?
Warum soll der Nationalpark Donau-Auen für Blechlawinen geopfert werden?
Denkt noch jemand an die Verträge und Garantien von damals?
Wenn die Stadt wächst, muss auch das Verkehrskonzept adaptiert werden! Es ist an der Zeit moderne Alternativen zu realisieren, die ALLEN eine Steigerung der Lebensqualität bieten!

Autor:

h. i. aus Donaustadt

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