30.10.2017, 11:39 Uhr

Das Ende für die Ladenzeile Kagran?

An der Ladenzeile ist Schluß – weiter darf hier aufgrund des Einspruches gegen den Abbruchbescheid nicht gearbeitet werden.

Im Zuge der Bauarbeiten bei der U1-Station Kagran stehen die Geschäftsleute vor einer ungewissen Zukunft.

DONAUSTADT. Die Neugestaltung des Bushaltestellenbereiches als Vorbote des Forums Donaustadt bei der U1-Station Kagran ist schon weit vorangeschritten. Eine erste Mittelinsel wurde bereits geschaffen, der 27A und der 94A haben ein neues Zuhause direkt hinter der Ladenzeile gefunden.

Öffi-Nutzer, die sich vor der Weiterfahrt noch schnell eine Zeitung holen wollten, können das seit Anfang Oktober nicht mehr wie gewohnt in der Trafik neben der Straßenbahn Richtung Floridsdorf machen. Ab jetzt findet man diese in einem Container auf der anderen Seite der U-Bahn-Trasse. Ein erstes Anzeichen der ungewissen Zukunft der seit 1982 bestehenden Geschäftszeile bei der U1-Station Kagran. Diese steht nämlich auf öffentlichem Grund, gehört somit der Stadt Wien, und ist selbiger beim Umbau der Verkehrsflächen im Weg.

Aus nach 35 Jahren?

Mit Erweiterung der U1 bis Kagran erteilte man den Geschäftsleuten Anfang der 1980er-Jahre einen Bescheid "bis auf jederzeitigen Widerruf", erklärt die MA 28 für Straßenverwaltung, die Grundeigentümerin ist. Der Bescheid ermöglichte die Errichtung der Geschäftslokale auf der öffentlichen Fläche. Bereits vor mehr als zwei Jahren, im Juni 2015, habe man alle Kioskbetreiber eingeladen und darüber informiert, dass es für den Bereich neue Pläne gibt. Im heurigen Frühjahr trudelte dann der absehbare Abbruchbescheid der Baupolizei ein. Einfach hinnehmen will man das seitens der Betreiber nicht. Gegen den Bescheid wurde Beschwerde eingelegt, die Sache liegt nun beim Landesverwaltungsgericht.


Lösung dringend gesucht

Hannes H., Besitzer eines der vier Geschäftslokale bei der U1-Station, spricht zurückhaltend von "aktuell unterschiedlichen Auffassungen" der Eigentümer und der Stadt. Derzeit werde seitens Ersterer geschlossen an einer Lösung gearbeitet. "Wir wollen wirklich nicht streiten. Es ist immer besser, wenn man miteinander redet. Leider hat uns unser Ansprechpartner, die Wirtschaftsagentur, im Frühjahr vor vollendete Tatsachen gestellt", erzählt Hannes H. aus Sicht der betroffenen Geschäftsleute. Da die Beschwerde gegen den Bescheid aufschiebende Wirkung hat, wird derzeit nur um die Geschäftslokale herum gearbeitet.

Die Bauarbeiten im Detail:

In Kagran entsteht ein neuer Bushaltestellenbereich, in dem mittels Inseln die Busse neben- statt hintereinander halten werden. Seit Mitte Juni darf der nördliche Dr.-Adolf-Schärf-Platz nicht mehr von Autos befahren werden. Die Verbindung führt künftig über die Siebeckstraße und die Straße der Menschenrechte zur Prandaugasse bzw. Attemsgasse. Der Fahrradweg zieht im Zuge dessen auf die nördliche Straßenseite.
Im Frühjahr 2018 sollen die Bauarbeiten im Bereich Dr.-Adolf-Schärf-Platz abgeschlossen sein. Die Straße der Menschenrechte vor der Vienna International School wird 2019 saniert.
3
Diesen Mitgliedern gefällt das:
1 Kommentarausblenden
8
Monika Vacha aus Donaustadt | 31.10.2017 | 03:09   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.