Stadt Dornbirn als Zugpferd
Invest in die Stadt und Menschen

Bürgermeisterin von Dornbirn Andrea Kaufmann zu "ihrer" Stadt: Ich liebe die Stadt und ihre Menschen. Sie sind offenherzig, bodenständig, schauen aufeinander und sind vor allem an guten Lösungen interessiert.
  • Bürgermeisterin von Dornbirn Andrea Kaufmann zu "ihrer" Stadt: Ich liebe die Stadt und ihre Menschen. Sie sind offenherzig, bodenständig, schauen aufeinander und sind vor allem an guten Lösungen interessiert.
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Bürgermeisterin Andrea Kaufmann über ihre Stadt und als Bürgerin Dornbirns

Seit sechs Jahren ist die gebürtige Dornbirnerin das Stadtoberhaupt. Welche Wünsche und Ziele hat Andrea Kaufmann?

Von Christian Marold

RZ: Frau Bürgermeisterin Kaufmann – zwei wesentliche Ereignisse stehen für die Stadt Dornbirn an. Zum einen die Weltgymnaestrada 2019 mit der Eröffnung kommenden Sonntag und zum anderen ist Dornbirn quasi das Zugpferd für die Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2024. Diese Entwicklung und Positionierung kommen wahrscheinlich nicht von ungefähr? Das heißt, für zwei solche Mammutprojekte steckt viel Arbeit dahinter?
Kaufmann: Dass Dornbirn mit der Weltgymnaestrada bereits zum zweiten Mal den Zuschlag für diese internationale Veranstaltung erhalten hat, ist ein Beweis für die hohe Attraktivität der Stadt und des Landes. Die Vorbereitungen laufen sehr gut und wir freuen uns auf die rund 18.000 Gäste aus 69 Nationen, die Dornbirn und das Rheintal bunter und lebendiger machen werden. Die mögliche Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt sehe ich als große Chance für die gesamte Region – sowohl für Vorarlberg als auch rund um den Bodensee. Dass Dornbirn hier sozusagen als Zugpferd agieren kann, ist auch ein Ausdruck für die Position der Stadt in der Region.

RZ: Kommen wir noch einmal kurz auf die Kulturhauptstadt
zu sprechen. Einige Kritiker behaupten, es brauche so ein Projekt für Dornbirn und die anderen Vorarlberger Regionen nicht. Kulturhauptstadt sind Regionen, die im europäischen Raum aufgewertet werden müssen und das wäre für Vorarlberg sinnlos. Warum dann doch dieser bewusste Schritt in Richtung Bewerbung?

Kaufmann: Die Zeiten, in denen mit dem Titel „Kulturhauptstadt“ vorwiegend Regionalmarketing oder Defizitmanagement betrieben wurde, sind längst vorbei. Die europäische Integration, Vernetzung aber auch gesellschaftspolitische Aspekte stehen heute im Vordergrund – verbunden mit den zahlreichen wirtschaftlichen Vorteilen. Die Menschen werden nach einem Jahr „Kulturhauptstadt“ nicht mehr dieselben sein – ich meine das im absolut positiven Sinn. Unserem Land tun sowohl der gemeinsame Bewerbungsprozess als auch ein möglicher Zuschlag und eine Umsetzung gut. Davon bin ich überzeugt und deshalb engagiere ich mich dafür.

RZ: Sie sind nun schon seit sechs Jahren Bürgermeisterin von Dornbirn. In diesen Jahren hat sich viel verändert und viele Projekte stehen auch noch an. Wie möchten Sie die Stadt zusammen mit der Bevölkerung weiterentwickeln?
Kaufmann: „Wirtschaftsstadt mit hoher Lebensqualität“ lautet das Leitbild Dornbirns. Wir benötigen auch in Zukunft engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer und ich bin froh, dass wir diese in den nachfolgenden Generationen sowie bei den „Start-ups“ auch haben. Der Bereich „Lebensqualität“ hat schon heute einen anderen Stellenwert als noch vor 20 Jahren. Ich denke, dass wir auch hier sehr gut aufgestellt sind – die richtigen Angebote werden laufend verbessert. Wichtig ist mir, dass wir mit unseren Projekten in die Menschen unserer Stadt investieren: Familien, Bildung, Betreuung, Soziales, intakte Umwelt, Gesundheit oder Freizeitmöglichkeiten. Mein wichtigstes Ziel ist es, dass sich die Menschen in „ihrem Dornbirn“ wohl fühlen, dass das Zusammenleben unterschiedlicher Generationen und Kulturen gelingt, und die gemeinsame Identifikation mit der Stadt auch zukünftig spürbar bleibt.

RZ: Städte wie Dornbirn sind auch auf Grund der hohen Lebensqualität im Wachstum begriffen. Die größte Hürde ist aber sicherlich das leistbare Wohnen. Wie kann man diesem negativen Trend von zu hohen Mieten und Grundstückpreisen als Kommune entgegenwirken?
Kaufmann: Gerade im Wohnbau passiert derzeit sehr viel. Private Wohnbauträger entwickeln ein Projekt nach dem anderen und schaffen dabei wertvollen Wohnraum. Wo wir auch als Stadt enorm engagiert sind, ist im Bereich des leistbaren Wohnbaus. Grundstücke, die von der Stadt angekauft wurden, werden kostengünstig an die gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften weitergegeben. Aktuell und in den kommenden drei Jahren werden dabei rund 250 zusätzliche leistbare Wohnungen errichtet. Wir arbeiten eng mit den gemeinnützigen Wohnbauträgern zusammen, um den leistbaren Wohnbau noch weiter auszubauen.

RZ: Das Thema Digitalisierung ist in Dornbirn wahrscheinlich am weitesten fortgeschritten im Vergleich zu anderen Städten und Gemeinden in Vorarlberg. Dennoch hat man das Gefühl, dass die Bevölkerung nur die Spitze des Eisbergs kennt. Was bedeutet es für eine Stadt wie Dornbirn sich fit zu machen für das digitale Zeitalter und gehen viele dieser Schritte nicht zu langsam voran im Vergleich der alltäglichen digitalen Entwicklung?
Kaufmann: Jede neue Technologie verändert unsere Gesellschaft. Die digitale Vernetzung eröffnet neue Chancen und bringt die Stadt in vielen Bereichen näher zu den Dornbirnerinnen und Dornbirnern. Wir sehen den Nutzen sowohl für die Gesellschaft aber auch für den Wirtschaftsstandort. Rund um die Fachhochschule haben sich zahlreiche Initiativen und neue „Start-up-Unternehmen“ gebildet. Die Stadt unterstützt diese Entwicklung im Bereich der Bildung, mit der Adaptierung der ehemaligen Postgarage für die digitalen Initiativen oder einem eigenen „Smart City Dornbirn“ Wettbewerb. Die Entwicklung zu mehr Digitalisierung findet in Dornbirn bereits auf vielen Ebenen statt – wir werden drauf achten, dass Dornbirn seine Vorreiterrolle behalten wird.

RZ: Sie sind in Dornbirn aufgewachsen und auch Ihre eigene Familie lebt in Dornbirn. Was verbindet Sie als Mensch/Mutter/Bürgerin mit dieser Stadt?
Kaufmann: Ich liebe die Stadt und ihre Menschen. Sie sind offenherzig, bodenständig, schauen aufeinander und sind vor allem an guten Lösungen interessiert. Diesen Gemeinschaftssinn spüren wir auf allen Ebenen. Es ist mir auch wichtig, dass wir die Stadt gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickeln, dass sie ihre Ideen und Meinungen einbringen können und dabei auch gehört werden. Das Bewusstsein „wir sind Dornbirn“ ist spürbar und wird auch gelebt.

RZ: Welche Plätze sind in Ihrer Stadt Ihr ganz persönlicher Rückzugsort, wo Sie sich erholen können?
Kaufmann: Zunächst einmal zu Hause mit der Familie; wir nutzen die gemeinsame Zeit die wir haben intensiv, auch wenn sie rar ist. Dann natürlich das einzigartige Hinterland der Stadt mit den zahlreichen Möglichkeiten in der Natur. Dornbirn hat so viel zu bieten und zu entdecken: Radfahren, Walking im Ried oder Wanderungen rund um den Karren gehören regelmäßig dazu.

Frau Kaufmann, was verbinden Sie mit...
Karrenseilbahn
... Highlight für die Dornbirnerinnen und Dornbirner sowie viele Besucher und der beste Platz, um einen Überblick über die Stadt zu bekommen.

Campingplatz
... ein neues Schmuckstück und eine wichtige Investition

Onkologie
... hohes Engagement und großes „Know how“ bei unserem Team im Krankenhaus, das alles tut, um die betroffenen Familien medizinisch und menschlich gut zu begleiten.

Frauen in Führungspositionen
... könnte es durchaus noch mehr geben.

Sportgymnasium
... ich bin froh, dass mit dem Bund eine Einigung erzielt werden konnte und freue mich auf ein tolles Projekt.

Martinimarkt
... ein Highlight im Jahreslauf mit tollem Programm und mit vielen netten Begegnungen.

Autor:

Christian Marold aus Feldkirch

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