02.02.2018, 11:38 Uhr

Bezirk Gänserndorf: ÖVP-Stadtrat wegen Missbrauchsverdachts in Untersuchungshaft

Friedrich Köhl: Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Korneuburg

Dem Kommunalpolitiker wird vorgeworfen einen heute 14-jährigen Knaben jahrelang sexuell missbraucht zu haben.

BEZIRK GÄNSERNDORF. Ein ÖVP-Stadtrat aus dem Bezirk soll einen Unmündigen in seiner Wohnung sexuell missbraucht haben. Am Donnerstag nahm die Polizei den 37-jährigen Tatverdächtigen über Auftrag der Staatsanwaltschaft Korneuburg fest. Am Freitag verhängte der zuständige Haft- und Rechtsschutzrichter des Landesgerichtes Korneuburg die Untersuchungshaft wegen des Verdachtes des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen.
Ein heute 14-jähriges mutmaßliches Opfer hatte sich seinen Eltern anvertraut, damit hatte der Bub die Sache ins Rollen gebracht.
Friedrich Köhl, Leiter der Medienstelle der Staatsanwaltschaft Korneuburg, erklärte gegenüber den Bezirksblättern, dass der Kommunalpolitiker die Vorwürfe bestreite, jedoch durch die Aussage des vermutlichen Opfers eine dringende Verdachtslage bestehe, die eine der Voraussetzungen für die Verhängung der Untersuchungshaft sei. Nach dem derzeitigen Verfahrensstand gelte daher uneingeschränkt die Unschuldsvermutung und zwar bis zur Rechtskraft einer verurteilenden Entscheidung des Gerichtes.
Vor drei Jahren waren gegen den Politiker bereits Vorwürfe laut geworden: Anrainer hatten sich über Jugendpartys in seiner Wohnung beschwert. Der Erziehungswissenschaftler rechtfertigte sich damals mit der Erklärung, er gäbe Kindern in schwierigen Lebenssituationen pädagogische Unterstützung.
Der Mann wurde gestern sofort nach Bekanntwerden der Festnahme aus der ÖVP ausgeschlossen. Bezirksparteiobmann René Lobner: "Ich bin schockiert, ich hatte bisher keine Hinweise zu diesen abscheulichen Taten erhalten."
Auch der ÖVP-Bürgermeister der Stadtgemeinde ist fassungslos. "Die Vorwürfe wegen Lärmbelästigung waren bekannt, von den vorgeworfenen Übergriffen hatte ich keine Ahnung." Der Beschuldigte wurde als Stadtrat abberufen, nun seien die Gerichte am Zug.
Er bestätigt, dass der Tatverdächtige regelmäßigen Umgang mit Jugendlichen pflegte: "Er hat zum Beispiel täglich mit ihnen Fußball gespielt. Ich ging davon aus, dass er im Rahmen seiner Ausbildung seiner pädagogischen Arbeit nachgehen würde."
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