Gesunde und nachhaltige Ernährung im Schulalltag
das Projekt SchoolFood4Change

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Kinder verbringen einen großen Teil ihres Alltags in der Schule – ein Ort, der längst mehr ist als nur eine Bildungsstätte. Hier wird nicht nur gelernt, sondern auch gelebt und gegessen. Genau an diesem Punkt setzt das EU geförderte Projekt SchoolFood4Change an, das in insgesamt zwölf Ländern umgesetzt wird, darunter Italien, Spanien, Ungarn, die Slowakei, Tschechien, Österreich, Deutschland, Belgien, Frankreich, Estland, Dänemark und Schweden. In 16 Städten und Regionen arbeiten 42 Partner gemeinsam daran, Ernährung in Schulen nachhaltig zu verändern.



Ziel des Projekts ist es, gesunde und umweltfreundliche Ernährung fest im Schulalltag zu verankern. Dabei geht es nicht nur um einzelne Mahlzeiten, sondern um einen ganzheitlichen Ansatz: Ernährung soll als Querschnittsthema verstanden werden, das das gesamte Schulleben prägt. Zentral ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten – von Schulleitung, Lehr und Fachpersonal über Köchinnen und Köche bis zu Schülerinnen, Schülern und deren Eltern. Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die Idee, Essen nicht nur schmackhaft und gesund, sondern auch nachhaltig zu gestalten. Das umfasst sowohl die Qualität der Lebensmittel als auch deren Herkunft und Zubereitung. Österreich ist ebenfalls Teil dieser europäischen Initiative. Als nationaler Partner wirken die Stadt Wien – MA 22 Umweltschutz sowie der Verein Danachda – Bildung für Nachhaltigkeit an der Umsetzung mit. Gemeinsam bringen sie ihr Knowhow in Schulen ein, entwickeln Workshops und unterstützen Bildungseinrichtungen dabei, Ernährungsbildung praxisnah und motivierend zu gestalten. Bei dem Projekt waren insgesamt 14 Schulen aus Wien beteiligt, darunter 8 Volksschulen, 5 Gymnasium und 1 HTL. Im Rahmen des Projektes wurden dabei insgesamt 185 Schul-Workshops veranstaltet.



SchoolFood4Change zeigt, wie wichtig es ist, jungen Menschen früh zu vermitteln, wie gesunde und nachhaltige Ernährung funktionieren kann – und dass sie Freude macht. Das Projekt macht Schulen zu Orten, an denen gutes Essen zum festen Bestandteil des Lernens und Zusammenlebens wird. Um die Ziele von SchoolFood4Change nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern für die Schüler*innen erlebbar zu machen, werden im Rahmen des Projekts praktische Ernährungsworkshops angeboten. Sie bringen nachhaltiges Essen direkt in den Schulalltag und zeigen Kindern spielerisch, wie gutes, gesundes und umweltfreundliches Kochen funktioniert. Dabei wurden im Rahmen des Projektes drei verschiedene Workshops angeboten:
· Ernährungsworkshop
· Milchworkshop
· Burgerworkshop mit dem FoodTrailer

Im Ernährungsworkshop entdecken Kinder und Jugendliche, wie einfach es sein kann, gesunde und nachhaltige Gerichten selbst zuzubereiten. Mit wenigen Utensilien und viel Neugier wurde das Klassenzimmer zur Küche und es wurde gemeinsam ein „Nährstoff-Sandwich“ gestaltet. Der Belag – von Gemüse über Eiweißquellen bis hin zu gesunden Fetten – welcher den Schüler und Schülerinnen zum Belegen ihres Sandwiches zur Verfügung stand, war in die verschiedenen Nährstoffgruppen eingeteilt. Die Kinder konnten ihr Sandwich selbst zusammenstellen und erleben dabei, wie ein vollwertiges, gesundes Essen aufgebaut ist. So entsteht am Ende ein Sandwich, das alle zentralen Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung vereint. Der Workshop zeigt: Gesunde Küche muss weder kompliziert noch langweilig sein. Wenn Kinder ihre Mahlzeiten selbst zubereiten, entdecken sie nicht nur neue Lebensmittel, sondern auch die Freude am eigenen Tun – ein wichtiger Schritt hin zu bewusster Ernährung im Alltag.



Beim Milchworkshop erfahren die Schüler und Schülerinnen, welche nachhaltigen Alternativen es für Lebensmittel gibt, die sie bereits kennen. Bei der Blindverkostung müssen sich die Kinder auf ihren Geschmacks-, Geruchs- und Tastsinn verlassen, um herauszufinden, aus welchem Ausgangsprodukt der Pflanzendrink besteht. Danach bereiteten wir gemeinsam mit den Schüler und Schülerinnen rein pflanzliche Speisen zu: einen Gemüse-Wrap mit Sonnenblumenaufstrich und Energiekugeln aus Karotten und Nüssen mit einem Topfendressing auf Mandelbasis. Die Jugendlichen erweitern ihren Geschmack und lernen Lebensmittel kennen, welche sie noch nicht kannten. Dadurch lernen die Kinder nachhaltige Alternativen zu tierischen Produkten kennen.



Im Rahmen des Projekts erhielten die teilnehmenden Schulen einmal die Möglichkeit, an einem Burgerworkshop im FoodTrailer teilzunehmen. Die mobile Küche der Stadt Wien (MA 22 Umweltschutz), der FoodTrailer, wurde hierfür direkt an die Schulen gebracht und verwandelte das Schulgelände in eine praxisorientierte Lernküche. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen des Vereins Danachda bereiteten die Schülerinnen pflanzliche Burger zu und lernten dabei eine breite Palette an Alternativen zu herkömmlichen Fleischprodukten kennen – Lebensmittel, die ihnen teils vertraut, teils völlig neu waren. Die Durchführung erfolgte in Kleingruppen. Während eine Gruppe den Teig für selbstgemachte Burger-Buns knetete, widmete sich die andere der Zubereitung von Linsen-Patties. Dieser praktische Zugang ermöglichte den Kindern, verschiedene Arbeitsschritte kennenzulernen und ein Verständnis für die Herstellung vollwertiger, pflanzlicher Mahlzeiten zu entwickeln. Beim abschließenden selbstständigen Belegen der Burger konnten die Schüler*innen ihren individuellen Geschmack einbringen – für viele ein klarer Höhepunkt der Woche. Die Rückmeldungen der teilnehmenden Kinder waren durchwegs positiv. Besonders häufig wurde betont, wie gut die selbst zubereiteten Burger schmeckten – einige verglichen sie sogar ausdrücklich positiv mit Fast-Food-Produkten. Viele Schüler*innen äußerten den Wunsch, solche Aktivitäten häufiger durchführen zu dürfen. Darüber hinaus zeigte sich, dass ein großer Teil der Kinder bisher kaum Erfahrung mit der eigenen Essenszubereitung hatte. Durch die praktische Arbeit wurde ihnen bewusst, wie viel Freude Kochen machen kann und wie sehr sich dies auf den Geschmack auswirkt.



Neben den Schulworkshops, in denen Danachda gemeinsam mit Schüler und Schülerinnen Mahlzeiten zubereiteten, gab es auch Kooperationen mit anderen Organisationen. So besuchten die Seminarbäuerinnen der Landwirtschaftskammer Niederösterreich vier der SchoolFood4Change-Schulen. Die Seminarbäuerinnen gaben den Kindern und Jugendlichen spannende Einblicke in die Landwirtschaft. Das vielfältige Wissen über bäuerliche Lebensweisen kombiniert mit Anschauungsmaterial direkt vom landwirtschaftlichen Betrieb weckte das Interesse der Kinder. In zwei Unterrichtseinheiten bekamen die Schüler und Schülerinnen einen Einblick, wo das Essen herkommt und was sich täglich auf ihrem Teller befindet. Auf der CityFarm Augarten durften vier SchoolFood4Change-Schulen an insgesamt 32 gartenpädagogischen Workshops teilnehmen, je nach Saison wurden andere Themen behandelt. Beim „Gemüsegarten kunterbunt“ lernten die Schüler und Schülerinnen die Vielfalt des Gartens kennen und fanden heraus, welche Teil von Pflanzen man überhaupt essen kann. Im „Kürbis-Workshop“ wurde nach der Erkundung der vielfältigen Formen und Farben der Kürbisse, gemeinsam eine Kürbissuppe gekocht.

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