Kahlschlag in Hietzing
Brombeer-Stauden radikal zurückgeschnitten

Robert Walther zeigt der bz persönlich jenen Ort, wo noch vor Kurzem die Brombeersträucher geblüht haben.
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  • Robert Walther zeigt der bz persönlich jenen Ort, wo noch vor Kurzem die Brombeersträucher geblüht haben.
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Die Brombeersträucher beim Gasthaus Lindwurm wurden radikal gestutzt – allerdings aus gutem Grund.

HIETZING. Der Weg zum beliebten Ausflugsgasthaus Lindwurm führt durch eine Allee seltener Bäume. Hier lässt sich einiges über die Schwarz-Pappel, die Holzbirne oder die Hopfenbuche erfahren. Versierte Spaziergänger, die hier ihren Wissensdurst stillen, wissen, dass bisher am Ende des ansteigenden Pfades stets eine kleine Gaumenfreude gewartet hat. Diese gehört nun leider der Vergangenheit an.

Ebendiese Erfahrung hat auch der Ober St. Veiter Robert Walther vor Kurzem gemacht. "Mehr als 20 Meter wilde Brombeerstauden wurden einfach abgeholzt. Das kann doch wirklich nicht sein", wundert er sich.

Und tatsächlich: Bei einem Lokalaugenschein der bz zeigt sich, dass der begeisterte Naturfreund nicht übertrieben hat. Ein rund zwei Meter breiter, komplett abgeholzter Streifen bietet ein optisch wenig ansprechendes Bild. Doch was auf den ersten Blick wie ein Umweltfrevel aussieht, dient in Wahrheit vor allem dem Schutz der Natur und im Grunde genommen sogar der Zukunft der Brombeersträucher.

Naturschutzgebiet gefährdet

Die Wurzel allen Übels ist in diesem Fall der Japanische Staudenknöterich, der sich hier breitmacht. Diese ursprünglich aus Ostasien stammende Pflanze bildet dichte Bestände und ist für den Menschen eigentlich ungefährlich. Allerdings dominiert sie rasch die übrige Vegetation, und das macht Alexander Mrkvicka von der MA 49 – Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien große Sorgen.

Der Japanische Staudenknöterich bedroht heimische Arten.
  • Der Japanische Staudenknöterich bedroht heimische Arten.
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"Um zu verhindern, dass sich der Japanische Staudenknöterich noch weiter verbreitet, werden die Bestände mehrmals jährlich gemulcht. Dabei ist es auch nötig, zum Beispiel Brombeerbüsche, in die der Staudenknöterich einwandert, zu behandeln", erklärt er.

So radikal diese Maßnahmen auch wirken, sind sie doch nötig, um Schlimmeres zu verhindern. "Es gilt, zu verhindern, dass der invasive Neophyt in das Naturschutzgebiet Lainzer Tiergarten vordringt, da er dort große Probleme verursachen würde", sagt der Fachmann. Auf die Brom-beerernte konnte man nicht mehr warten: "Bevor die Samen des Staudenknöterichs reif werden, muss er weg. Da machen zwei Wochen leider viel aus."

Noch ist der Kampf nicht gewonnen, und so wird man dem Staudenknöterich weiter zu Leibe rücken, damit man sich in Zukunft wieder an den wilden Brombeeren erfreuen kann.

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