"Zukunft Stadtbaum" ist besorgt
Streusalz schädigt die Bäume in Hietzing
- Alexander Mayr-Harting von der Initiative "Zukunft Stadtbaum" macht sich Sorgen um den Zustand der Bäume in Hietzing.
- Foto: Berger
- hochgeladen von Ernst Georg Berger
Der einfachste Weg ist nicht immer der beste: Das zeigt sich in Hietzing im Kampf gegen glatte Straßen und Wege.
HIETZING. "Streusalz, wie Natriumchlorid gerne bezeichnet wird, entzieht der Baumwurzel die Feuchtigkeit. Es kommt zum Vertrocknen von Wurzeln und in weiterer Folge zum Absterben von Zweigen, Ästen oder der ganzen Pflanze", so Baumexperte und Gartenmeister Karl Franz Wittmann.
Daher ist der Einsatz von Auftaumitteln, "die als Wirkstoff natriumhaltige Substanzen enthalten", laut der Winterdienstverordnung der Stadt Wien untersagt. Diese kann allerdings bei extremer Glätte oder besonderer Gefährdung außer Kraft gesetzt werden. Viele Hausbesitzer ignorieren die Verordnung aber einfach, frei nach dem Motto: "Der Zweck heiligt das Streumittel."
- Salz ist effektiv, wie man sieht. Es schadet aber der Flora.
- Foto: Berger
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So häufen sich in letzter Zeit Anrainerbeschwerden bezüglich der Salzstreuung in unmittelbarer Nähe von Grünflächen. Konkret geht es um die zweireihige Elisabethallee und ihre Umgebung. "Besonders schlimm ist die Situation zwischen der Opitzgasse und der Wattmanngasse", sagt Alexander Mayr-Harting von der Initiative "Zukunft Stadtbaum". Wiener Wohnen, das in der Gegend einige Objekte betreut, hat auf seine Anfrage bereits reagiert. So versichert ein Sprecher, dass "für die Anlagen nur noch Splitt oder Kaliumcarbonat zur Verwendung kommen wird".
Private gefordert
Eine großes Problem ortet Alexander Mayr-Harting im Bereich der privaten Hausbesitzer. Diese setzen der Einfachheit halber oft auf Natriumchlorid, was zwar verboten, aber unzweifelhaft effektiv ist. "Solange man im Baumarkt Streusalz im 20-Liter-Sack bekommt, wird es auch verwendet werden", beklagt er.
Unterstützung bei seinem Engagement erhält er von Johannes Bachleitner (Neos). "Meine Bitte an die Hietzinger: Fragen Sie bei Ihrer Hausverwaltung oder Ihrem Winterdienst nach, ob sie derzeit Salz verwenden und ob eine Alternative möglich ist! So schützen wir gemeinsam unsere Grünflächen und Bäume und erhalten damit, was wir an Hietzing so sehr schätzen."
Der Umwelt zuliebe
Es gibt Alternativen zum Streusalz, welche die Umwelt weniger stark belasten. So empfiehlt Karl Franz Wittmann das sogenannte "Feuchtsalz": "Welches, wenn das Salzstreuverbot aufgehoben ist, als Sole versprüht wird und auch von Privatpersonen gezielt und pflanzenschonend eingesetzt werden kann."
Aber auch Kaliumcarbonat, das im Fachhandel erhältlich ist, erfüllt seinen Zweck und entspricht der Wiener Winterdienstverordnung. Damit kann man bereits im Winter dafür sorgen, dass man sich im Frühling wieder an blühenden Bäumen erfreuen kann.
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