Kardea Finanzpreis
Volksschule Speisinger Straße begeistert mit ihrem Finanzprojekt
- Die Schülerinnen und Schüler der 2b der OVS Speisinger Straße können mit ihrem "Geld" schon richtig gut haushalten.
- Foto: Nicole Gretz-Blanckenstein/MeinBezirk
- hochgeladen von Nicole Gretz-Blanckenstein
Das Schulprojekt „Nachhaltig wohlhabend“ der OVS Speisinger Straße 44 wurde mit dem österreichweiten Kardea Finanzpreis ausgezeichnet. Es beweist, dass praxisnahe Finanzbildung in der Volksschule kein Wunschtraum ist, sondern – zumindest in Hietzing – fixer Bestandteil des Unterrichts ist.
WIEN/HIETZING. "Heute arbeiten wir an unserer Kork-Pinnwand. Das Deko-Material könnt ihr euch dort am Tisch kaufen", so Sabrina Leonhartsberger. Wer glaubt, es handelt sich um einen Kreativworkshop für Erwachsene, der irrt gewaltig.
Wir befinden uns in der 2b der Volksschule Speisinger Straße (13. Bezirk) und es ist gerade Technik- und Design-Unterricht. Und nein, die Schule zockt nicht ihre Schülerinnen und Schüler ab und lässt sie das Bastelmaterial aus der eigenen Tasche bezahlen, sondern hier wird Finanzbildung betrieben.
Pfeifenputzer oder Bast?
"Ihr könnt als Deko Pfeifenputzer oder Bast verwenden, was glaubt ihr kostet weniger?", will Leonhartsberger von den Kindern wissen. "Der Bast, weil es ein Naturprodukt ist", antwortet ein Mädchen. "Ihr entscheidet, wie ihr eure Kork-Pinnwand dekoriert, schnappt euch eure Bilanz-Bücher und geht einkaufen", so die Pädagogin.
- Im Bilanz-Heft wird genau Buch geführt.
- Foto: Nicole Gretz-Blanckenstein/MeinBezirk
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Bereits das ganze Schuljahr über führen alle Kinder der zweiten Klassen ein eigenes Bilanz-Buch. Sie dokumentierten Einnahmen und Ausgaben, reflektierten ihre Kaufentscheidungen und entwickelten ein Bewusstsein für nachhaltigen Ressourcenumgang. Bei der Währung handelt es sich um Sticker, die man ausgeben, aber natürlich auch dazuverdienen kann.
Praxisnahe Finanzbildung
"Die Kinder konnten selbst entscheiden, ob sie das teure Material – beispielsweise Glitzersticker, die vier Sticker kosten – oder recyceltes Material verwenden, das gratis war", verrät Leonhartsberger. Die Pädagogin hat einen Management-Background, und ihr war es wichtig, Finanzbildung so aufzubereiten, dass sie im Volksschulalltag sinnvoll und praxisnah umgesetzt werden kann. Ihr Schulprojekt mit dem Titel „Nachhaltig wohlhabend“ wurde kürzlich mit dem österreichweiten Kardea Finanzpreis ausgezeichnet.
Wie erfolgreich sie damit ist, beweist nicht nur diese Auszeichnung, sondern auch die kleinen Finanzexpertinnen und -experten, die um den Verkaufstisch wuseln und sehr genau überlegen, welche Dekoelemente sie sich für ihre Pinnwand leisten wollen. "Zwei Glitzersticker kosten acht Sticker, das ist schon viel", meint ein Bub, gönnt sie sich aber trotzdem.
Perlen sind günstig, Glitzersticker nicht
Ein Mädchen entscheidet sich für zwei Pfeifenreiniger in Grün, denn die Kork-Pinnwand möchte sie ihrem Papa zum Geburtstag schenken. "Die Perlen sind echt günstig, vier kleine Perlen kosten nur zwei Sticker", erklärt ein Mädchen geschäftstüchtig und gönnt sich gleich zwölf.
Nach der Shoppingtour wurde das gemacht, was man sonst auch im Technik- und Design-Unterricht macht, es wurde gebastelt.
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