13.10.2014, 06:57 Uhr

Maulwurf buddelt in Mailberg

Mittlerweilen wurden die Auslegestellen ordnungsgemäß gesichert und gekennzeichnet.Fotos: Archiv

In der Jagdgesellschaft Mailberg gärt es wegen einer Anzeige gegen den Jagdleiter.

MAILBERG (ae). In einem Brief an die Bezirksblätter verdächtigte der Schreiber (Name d. Red. bekannt) den Leiter der Mailberger Jagdgesellschaft, Franz Ecker, absichtlich Giftköder ausgelegt zu haben, um den Hund von Jagdgesellschaftsmitglied Lorenz Fürnkranz zu vergiften.
Tatsächlich gab es am 9.9. eine Anzeige bei der Polizei, weil der Hund angeblich Rattenköder gefressen hatte, als sein Herrl, wie von Ecker bei der Jagdsitzung am 5.9. beauftragt, im Futterlager die Wildfütterung für das Wochenende vorbereitete. Der Hund musste danach tierärztlich behandelt werden. Das Bezirkspolizeikommando zum Sachverhalt: „Absicht war da sicher keine dabei. Ecker hatte im Futterlager der Jagdgesellschaft Rattengift ausgelegt und es unter die Paletten geschoben, sodass sie normal von niemandem erreicht werden können. Eine Ratte dürfte den Köder hervorgezogen haben, den der Hund dann aufgenommen haben könnte. Einziger Vorwurf: Ecker hat keine Hinweise auf die ausgelegten Köder ausgehängt. Von Seiten der Polizei gab es eine Sachverhaltsdarstellung an die BH und den Landesjagdverband.“
Auch der Halter des betroffenen Hundes versteht die Beschuldigungen des Briefschreibers nicht: „Giftanschlag war das keiner, höchstens eine Fahrlässigkeit. Anzeige habe ich deshalb erstattet, weil so etwas nicht passieren darf und in Zukunft nicht mehr vorkommen sollte.“

Wer war der Maulwurf?

Gedanken macht man sich in der Mailberger Jagdgesellschaft nun darüber, wer der Briefschreiber sein könnte. Da darin einiges an Insiderwissen zu erkennen ist, ist sich Jagdleiter Ecker sicher, dass es ein Mitglied der Gesellschaft sein muss, das versucht, mit falschen Anschuldigungen Streit zu sähen. Herr Fürnkranz sieht aber auch eine andere Möglichkeit. „Ich war nach dem Vorfall bei einer Kellerjause eingeladen, und dort habe ich vor etwa zehn Leuten darüber erzählt, auch davon, dass ich Anzeige erstattet habe. Gut möglich, dass einer aus dieser Runde den Brief geschrieben hat.“ Gären dürfte es unter den Mailberger Jägern aber schon länger. In der Polizeiinspektion Haugsdorf gab es schon vor längerer Zeit einmal eine ganz ähnliche Anzeige. Auch damals soll ein Giftanschlag auf einen Jagdhund verübt worden sein. Ein entsprechendes Verfahren wurde vom Gericht aber zwischenzeitlich eingestellt.
Interessanterweise hat der Landesjagdverband an den Jagdleiter schon am 8.9. eine briefliche Rüge wegen des Vorfalls geschickt, obwohl die Anzeige bei der Polizei erst am 9.9. erfolgte, und Herr Ecker im Gespräch mit den Bezirksblättern meinte: „Am 8. September hatte der Hund noch gar keine Symptome gezeigt.“ Die Jagdgesellschaft hatte den Bezirksblättern angekündigt, eine gemeinschaftliche Stellungnahme zu dem Vorfall abzugeben. Diese scheiterte jedoch daran, dass es keine Einigung unter den Mitgliedern betreffend der Formulierung gab. Es scheint eine Menge rätselhafter Vorfälle unter den Mailberger Jägern zu geben.
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