23.05.2017, 08:00 Uhr

Nicht genügend für Autonomie

Wilhelm Ostap, Direktor der VS und NMS Zellerndorf. Fotos: Messirek

Lehrervertreter Ertl ist gegen die Abschaffung der Klassenschülerhöchstzahl von 25 und gegen Schulcluster.

BEZIRK (jm). Der Zentralausschuss der Landeslehrer lehnt den vorgelegten Gesetzesentwurf „Schulautonomie“ in seiner Ganzheit ab. Vorsitzender Helmut Ertl: „Er entspricht in keinster Weise dem Autonomiegedanken.“

Etikettenschwindel

Ertl wehrt sich auch dagegen, dass die Bildungsreform der große Wurf sei und dass SchülerInnen Nachteile in ihrer Ausbildung hätten, sollte sie nicht zustande kommen. „Die Verhandlungen bewegen sich fernab der Realität. Was von BM Sonja Hammerschmid als Reformpaket angepriesen wird, ist nicht wirklich neu.“ Im Gegenteil: Die geplante Abschaffung der Klassenschülerhöchstzahl von 25 ist ein Rückschritt.
„Wir lehnen deshalb die Streichung der 25er-Obergrenze mit aller Entschiedenheit ab“, so Ertl. Der Zellerndorfer NMS-Direktor Wilhelm Ostap schlägt in dieselbe Kerbe: „Für mich ist die Abschaffung der 25er-Obergrenze in der Praxis nicht vorstellbar.“

Clusterzwang/Schulautonomie

Neben dem Fall der 25er-Klassenschülerzahl lehnen die Lehrervertreter den geplanten Zusammenschluss von zwei bis acht Schulen zu einem Cluster ab. Es sollen Standorte in ein Cluster gezwungen werden, wenn die Schulen weniger als 100 Pflichtschüler haben, weniger als fünf Kilometer entfernt sind und eine fallende Tendenz bei den Schülerzahlen aufweisen.

Bis zu 2.500 SchülerInnen

Bis zu 2.500 SchülerInnen kann ein Schulcluster haben und LehrerInnen hätten an mehreren Schulen des Clusters zu unterrichten, es gäbe einen Clusterleiter sowie einen Standortleiter.
„Die angebotene Entlastung durch Schul-Administrationskräfte auf Kosten der ehemaligen Schuldirektoren wird unter diesen Umständen abgelehnt, denn es bedeutet eine massive dienstrechtliche und besoldungsrechtliche Schlechterstellung der LehrerInnen“, so Ertl. Unverständlich ist auch, dass die Schulen autonom werden sollen, um eigenständig entscheiden zu können. Gleichzeitig will man sie aber zwingen, sich einem Schulcluster anzuschließen.

Verhandlungen ohne Ministerin

Obwohl das Bildungsreformpaket bis 7.6. im Ministerrat sein soll, ist BM Hammerschmid kaum bei den Verhandlungen. Helmut Ertl: „Bei den letzten zwölf Verhandlungen war BM Sonja Hammerschmid kein einziges Mal dabei. Nach der Begutachtung kam sie zur Verhandlung, allerdings nur für ein Shakehands.“ In den Medien würde ein falscher Eindruck erweckt, dass sie mitverhandle.
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