30.05.2018, 11:49 Uhr

"Pornosprech" in der Josefstadt: Shitstorm nach sexistischen Nachrichten an Sigi Maurer

Die Ex-Nationalratsabgeordnete Sigi Maurer veröffentlichte am Mittwoch diese Nachricht an sie. Sie stammt angeblich vom Account eines Einzelhändlers in der Josefstadt.

Obszöne und beleidigende Nachrichten vom Facebook-Account des Besitzers eines Biershops an die ehemalige Nationalratsabgeordnete Sigi Maurer lösen einen Internet-Shitstorm aus.

JOSEFSTADT. Im Sekundentakt werden die negativen Bewertungen auf der Facebook Seite eines Josefstädter Bierhändlers mehr. Im Shop in der Strozzigasse wird zwar nur Bier verkauft - der Besitzer scheint nun aber einen ordentlichen Shitstorm ausgelöst zu haben.

„Was für ein gottverdammter Verlierer muss man sein um aggressiven Pornosprech als Drohung gegen ein Frau einzusetzen? Und hat die Beherrschung dieses Sprechs etwas damit zu tun, dass man Frauen nur aus Pornos kennt?“, schreiben empörte User auf der Facebook-Seite des Shops. Oder „Wer der Meinung ist, Menschen auf Facebook widerwärtigste Nachrichten schreiben zu müssen und sich wie ein Arschloch aufführt, hat es nicht ansatzweise verdient, dass man bei ihm einkauft.“

Sexismus und Beleidigung gegen Sigi Maurer

Der Grund dafür: Die ehemalige Nationalratsabgeordete (Grüne) Sigi Maurer hat eine Nachricht des Bier-Shop Besitzers veröffentlicht. In dieser Nachricht, die von einem Facebook-Account verschickt wurde, heißt es an Maurer: „Hallo. Du bist heute bei mir beim Geschäft vorbei gegangen und hast auf meinen Schwanz geguckt als wolltest du ihn essen.“ Doch in der nächsten Nachricht wird es noch heftiger. „Dein fetter Arsch turnt mich ab aber da du prominent bist, f*** ich dich gern in deinen fetten Arsch, damit dir einer abgeht, du kleine dreckige Bitch“, steht da.

Sigi Maurer selbst teilte diese Nachrichten heute Vormittag auf Facebook und schrieb dazu: „Ich möchte euch heute etwas über Albert L. erzählen. Herr L. hat ein kleines Geschäft für craft beer im 8. Wiener Gemeindebezirk. Herr L. steht häufig mit Freunden ab dem frühen Nachmittag vor seinem Geschäft und trinkt Bier….“ Und weiter: „Ich dachte mir in einer Stadt voller Hipster schadet es ja nicht darüber zu informieren, bei welchem frauenverachtenden Arschloch man potenziell sein (craft) Bier kauft. Wer wissen will, warum Herr L. Frauen belästigt kann ja bei ihm nachfragen...“ Darunter teilt Maurer einen Screenshot der Nachrichten, die von L. Facebook-Account an sie geschickt wurden.

Besitzer weist Schuld von sich und distanziert sich

Der Besitzer des Shops selbst lässt auf Nachfrage der bz wissen, dass er keine Ahnung von den Nachrichten habe und auf Facebook schreibt der Besitzer des Bier-Shops: „Sehr geehrte Damen und Herren, ich weiss von diesem Post nichts da im Lokal mehrere Leute den PC nutzen und dies Irgendwer geschrieben hat !!! ICH DISTANZIERE MICH VON SOLCH AUSSAGEN !!AB SOFORT DARF NIEMAND MEHR IM LOKAL DEN PC NUTZEN !!!!!“

Die Facebook-Community scheint das jedenfalls nicht so recht zu glauben.  Denn, wie ein User unter der Rechtfertigung kommentiert: "Man vergleiche dein Posting mit der von der Sigi. Die Verwendung von 3 Rufzeichen, dazwischen ein Auslasszeichen.... alles nur Zufall oder?“ 
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