Das Aquädukt Liesing ist die Wasserbrücke nach Wien

Das Aquädukt Liesing ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk der Wiener Wasserversorgung
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  • hochgeladen von Andreas Edler

LIESING. Man möchte unweigerlich darüber spazieren, doch das ist leider verboten. Obwohl man einen sagenhaften Ausblick über das Liesingbach-Tal hätte, schützt ein schweres Eisengitter das 750 Meter lange Aquädukt vor ungebetenen Gästen. Spaziert man die Obere Aquäduktgasse von der Ketzergasse Richtung Liesingbach, imponiert die wasserführende Brücke aber auch von unten.

Im Grätzel ist das Bauwerk seit 144 Jahren verankert. Wie selbstverständlich steht es heute da und überragt alle anderen Bauwerke. Die Bögen dienen heute unter anderem als Carports für die Autos der Anrainer. Die eigentliche Funktion des Bauwerks: Es führt das Wasser der ersten Wiener Hochquellenleitung nach Wien. Und zwar seit diese am 24. Oktober 1873 in Betrieb genommen wurde. Täglich fließen hier 68 Millionen Liter Wasser durch die Leitung. 170 Millionen verbrauchen die Wiener pro Tag. Im Normalfall fließt also fast die Hälfte des Wiener Wasserverbrauchs durch das Aquädukt.

Versorgung ist oberstes Gebot

Nur vier Mal im Jahr fließt hier kein Wasser. Nämlich dann, wenn gewartet wird. Im Fachjargon spricht man von der „Abkehr“. Ein historischer Begriff, hat man doch früher die Wände tatsächlich mit Besen abgekehrt. Heute wird das natürlich mit Maschinen erledigt. Diese Abkehr ist sehr aufwendig und dauert fünf Tage. Die Leitung, ein gemauerter Kanal, ist dunkel, niedrig und feucht. Die Arbeiter tragen Schutzhelme, die Techniker von Wiener Wasser (MA 31) kontrollieren mit Taschenlampen die durchgeführten Arbeiten. Kontrolleure und Arbeiter sind in diesen fünf Tagen 24 Stunden im Einsatz. Vor der Abkehr werden die Wasserbehälter in Wien voll aufgefüllt, damit es zu keinen Engpässen kommt. Die Abkehr findet immer im Frühling und Herbst statt, wenn weniger Wasser verbraucht wird. "Die Versorgungssicherheit ist oberstes Gebot", so Wiener Wasser Chef Wolfgang Zerobin.

2019 wird saniert

Bald soll das Aquädukt, das Kaiser Franz Joseph bauen ließ, saniert werden. Grund: Die Bögen sind aus nicht frostbeständigen Ziegeln. "Damals hat man nicht so stark gebrannt", erklärt Zerobin. Derzeit läuft die Planung samt bauphysikalischer Untersuchungen. Diese werden mit dem Denkmalamt abgestimmt. 2019 könnte mit der Sanierung begonnen werden“, so der Wiener Wasser Chef.

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