Innovative Ausstellung: Gemälde aus Gold und Eisen

Stefan Kamp vor einem neuen Bild seiner "Impact"-Serie. Die rostfarbenen Teile sind keine Farben, sondern oxidiertes Eisen.
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  • Stefan Kamp vor einem neuen Bild seiner "Impact"-Serie. Die rostfarbenen Teile sind keine Farben, sondern oxidiertes Eisen.
  • hochgeladen von Maria-Theresia Klenner

Dass sich Gold hervorragend für Gemälde eignet, ist spätestens seit Gustav Klimt bekannt. Der Maler Stefan Kamp geht noch einen Schritt weiter und veredelt seine Bilder nicht nur mit Blattgold, sondern malt mit Eisen. "Seit acht Jahren verwende ich Eisen als Malmittel. Es wird so eng vermalen, dass man es als Farbe verwenden kann", erklärt der gebürtige Münchner seine Materialien.

"Danach lasse ich das Eisen künstlich rosten, da sich durch die Oxidation die unterschiedlichsten Farbräume ergeben." Erst nach 24 Stunden wird das Bild von Kamp fixiert - bis dahin kann der Künstler nicht mehr in den Ablauf eingreifen und muss sich auf das Experiment einlassen. "Da bin ich schon sehr angespannt. Aber dass ich mich dem Ergebnis komplett unzufrieden bin, kommt nicht vor."

Einschläge als Thema

Derzeit stellt der freischaffende Maler, der als "Brotberuf" seit zwei Jahren das Haarstudio "SRS Hair Specialist" in der Stumpergasse in Mariahilf betreibt, seine neuesten Werke in der Art Gallery des Vereins Kunstschaffen im fünften Bezirk aus. In den Bildern verarbeitet Kamp die neuen Eindrücke, die sein Umzug nach Wien für ihn gebracht haben.

"Diese Serie heißt Impact, auf Deutsch Einschlag. Einschläge bringen Veränderungen und es passiert etwas. Die Bilder drücken aus, was Wien für mich bringt und wie mich diese Stadt mit ihrer Offenheit inspiriert hat. Diese Spannungsfelder sind die Materialien Eisen, Gold und Holz." Die Bilder, die der Künstler der Richtung "Abstrakter Expressionismus" zuordnet, sind in unterschiedlichsten Größen in der Ausstellung vertreten. Je nach der Größe richtet sich auch der Preis: Die kleinen Bilder kann man sich bereits für zweihundert Euro an die eigene Wand hängen, für die großflächigen Werke muss man mit Preisen bis zu 3.000 Euro rechnen.

Seelenfenster im Fokus

Ebenso auffällig wie rostendes Eisen als Malmittel sind die kleinen Vierecke, die in fast allen Gemälden von Kamp vorhanden sind. "Das sind Seelenfenster, die zeigen was passiert, wenn die Seele geht", erklärt Kamp die übermalten Vierecke, auf die sich nach einer längeren Betrachtung unweigerlich die Aufmerksamkeit richtet. "Je reiner das Fenster von der Farbe her ist, desto mehr Seele ist im Reinen gegangen." Was morbide klingt, zeigt, dass Stefan Kamp mit Wien die passende Stadt für sich gewählt hat.

Zur Sache

Die Ausstellung Impact mit Bildern von Stefan Kamp ist noch bis Donnerstag, 7. Dezember in der Art Gallery Vienna in der Brandmayergasse 7-9 im 5. Bezirk zu sehen. Öffnungszeiten: täglich von 11 bis 22 Uhr. Alle Infos über den Künstler auf www.kamp-kunst.de, Kontakt zur Galerie: www.kunstschaffen.at

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