Mariahilf
Illustrator Daniel Spreitzer zeichnet für seinen Brotberuf
- Vom Graphic Designer zum Illustrator: Daniel Spreitzer wagte vor mehr als zehn Jahren den Sprung in die Selbstständigkeit.
- Foto: Daniel Spreitzer
- hochgeladen von Salme Taha Ali Mohamed
Der Mariahilfer Daniel Spreitzer ist als Illustrator tätig. Besonders Kinderbücher haben es ihm angetan.
WIEN/MARIAHILF. Daniel Spreitzer hatte schon immer ein Händchen für die Kunst. "Als Kind haben mich vor allem Animationsfilme und Comics beeinflusst, und ich habe diese immer nachgezeichnet", erinnert sich der Mariahilfer. Damals dachte sich Spreitzer seine eigenen Geschichten und Charaktere aus, die er dann zu Papier brachte. Als Teenager ging er zur Schaffung von 3D-Modellen und -Animationen über.
"Das ist nie wirklich weggegangen. Aber als ich jung war, wusste ich nicht, dass man als Illustrator das Zeichnen zum Beruf machen kann. Deswegen habe ich mich für eine Ausbildung in Multimedia an der Höheren Grafischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt entschieden. Da habe ich unter anderem Animation, 3D, Film und Audio-Technik gelernt", erzählt er.
Sprung ins Ungewisse
Fünf Jahre lang war er dann in einer Werbeagentur tätig. "Irgendwann habe ich angefangen, neben meinem Job als freiberuflicher Illustrator zu arbeiten. Mein erstes Projekt war die Gestaltung eines Kindermagazins für die Erste Bank", sagt der Mariahilfer. Mit der Zeit meldeten sich immer mehr Verlage bei dem Illustrator. "Später waren genug Aufträge da, dass ich mir gedacht habe, ich versuche es einmal Vollzeit selbstständig tätig zu sein." Gesagt, getan. Vor mehr als zehn Jahren kündigte er seinen Job und stellte sich der neuen Herausforderung. Bereut hätte er das nie.
- In der Kinderbuchtrilogie geht es um drei Kinder, die Reize auf ganz unterschiedliche Weisen verarbeiten.
- Foto: Spreitzer/Verlagsbibliothek der Provinz
- hochgeladen von Salme Taha Ali Mohamed
Seitdem hat sich Spreitzer an vielen verschiedenen Projekten beteiligt – manche Vorhaben waren einzigartig, an anderen arbeitet er regelmäßig, etwa am Kindermagazin des österreichischen Apothekerverlags oder an Grafiken für die Sozialen Medien der Universität Wien. Der Künstler hatte seitdem zahlreiche Möglichkeiten, um sich in vielen verschiedenen Formaten und Genres auszuprobieren.
Zu viel oder zu wenig spüren
Doch eines seiner Lieblingsprojekte ist eine Kinderbuchtrilogie. Geschrieben von der Ergotherapeutin Isolde Fehringer handelt jeder Teil von einem anderen Kind, das Reize anders als die meisten Menschen verarbeitet. "Der kleine Tollpatsch Bummbumm" leidet unter einer taktilen Unterempfindlichkeit. Das heißt, dass er sich selbst nicht wirklich spürt und oft unkoordiniert ist. "Die kleine Mimose Mimi" hat genau mit dem umgekehrten Problem zu kämpfen. Sie spürt zu viel, mag deswegen keine Berührungen und normale Sinneseindrücke, mögen diese akustisch, visuell oder körperlich sein.
Das letzte Buch ist kürzlich erschienen und zeigt, wie Gleichgewichtsprobleme Ängste bei dem "Kleinen Hasenfuß Leo" auslösen. "Dieses Thema ist in der Öffentlichkeit nicht so bekannt. Deswegen haben wir mit diesen Büchern versucht, ein wenig Aufklärungsarbeit bei Eltern und Pädagogen zu betreiben", erklärt Spreitzer, der sich besonders stolz auf die Bücher zeigt.
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