Tag der Nachbarschaft am 29. Mai
Mödlinger Kolonie als Beispiel für gelebte Nachbarschaft
- Im vergangenen Herbst lud der Verein zur Erhaltung der Kolonie wieder zum Oktoberfest.
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Gute Nachbarn kann niemand trennen – auch nicht im Bezirk Mödling. So klappt das Miteinander.
BEZIRK MÖDLING. Ob auf dem Land oder in der Stadt, im Wohnblock oder in der Einfamilienhaussiedlung, im Kleingartenverein oder im Seniorenheim – wer sich mit den Nachbarn gut versteht, gewinnt vor allem eines: Lebensqualität. Dass die Mödlinger dabei auf gegenseitigen Respekt und Rücksichtnahme größten Wert legen, zeigte zuletzt die große MeinBezirk-Leserumfrage "So tickt NÖ". Und es ist die gegenseitige Unterstützung, die die Menschen im Bezirk nicht missen wollen. Denn wird der Nachbar zum Freund, stellen sich Sicherheit und Vertrauen ein. Aber: Um gute Nachbarschaft muss man sich kümmern, damit das Hinschauen zum Grätzl-Motto wird. Aus dem kurzen Gruß über den Gartenzaun oder der Plauderei im Stiegenhaus entsteht dann schnell Gemeinschaft.
Feste als Ankerpunkte
Ein Musterbeispiel für ein lebendiges Grätzel ist der Stadtteil „Kolonie“ in Mödling. Die dortigen Wohnhäuser wurden vor über 150 Jahren als Arbeiterhäuser der ehemaligen Lokomitivfabrik errichtet, der Zusammenhalt wird aber auch heute noch großgeschrieben. Verantwortlich dafür ist der "Verein zur Erhaltung der Kolonie", der einst gegründet wurde, als in den 70er Jahren das ganze Viertel abgerissen werden sollte. Mit Blumenschmuckprämierungen, Oktoberfest, Punschstand oder dem jährlichen Straßenflohmarkt mit rund 800m Verkaufsfläche direkt am Straßenrand hält der Verein "die Nachbarschaft von Jänner bis Dezember zusammen", wie Obmann Karl Klugmayer erzählt: "Die Feste sind die Ankerpunkte, die gute Nachbarschaft dazwischen ist der Effekt."
- Einmal im Jahr findet der Flohmarkt mit 800 Meter langer Verkaufsfläche direkt am Straßenrand statt.
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Dankbar ist der Verein auch, wenn es gelegentlich Unterstützung bei verschiedenen Aktionen gibt: "Vor Jahren konnte die Gemeinde für den Blumenschmuck der Kolonie 250 Stück Blumen spenden, und die Erde dazu kam von der Baugenossenschaft Mödling. Zur Zeit ist es so, dass die SPÖ Mödling die Blumenspende übernommen hat", berichtet Klugmayer.
Die kleinen Gesten zählen
Davon, dass von lebendiger Nachbarschaft die gesamte Gemeinschaft in einer Stadt profitiert, ist Klugmayer überzeugt: "Aktive Grätzel sind das Fundament einer funktionierenden Stadt. Ohne sie zerfällt eine Gemeinde in lauter Einzelhaushalte mit Postleitzahl." Dabei brauche es fürs harmonische Zusammenleben nicht unbedingt geplante Events: "Es sind nicht die großen Gesten. Es ist das 'Ich gieß dir die Blumen im Urlaub' oder das 'Magst ein Stück Kuchen?'. Die zehn kleinen Hilfen pro Jahr wiegen mehr als ein Sommerfest", erklärt Klugmayer, was für ihn gute Nachbarschaft ausmacht.
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