Schülervertretung ist seine Leidenschaft

MÖDLING. Der neugewählte Landesschulsprecher der AHS Paul Krisai besucht die 7. Klasse der AHS im BG/BRG Perchtoldsdorf. Wohnen tut er in Mödling. Im Gespräch mit den Bezirksblättern erzählt er über seine Pläne und Forderungen.

Bezirksblätter: Herzlichen Glückwunsch zum Wahlgewinn. Wie waren die ersten Tage danach? Schon ein bisschen Zeit gehabt zum Entspannen?

Krisai: Danke für die Glückwünsche. Die ersten Tage waren nicht so spektakulär, wie das mancher erwarten würde. Die Facebook-Freundschaftsanfragen sind allerdings sprunghaft angestiegen (lacht). Ich werde die kommenden Tage nützen, um bei den anderen Bundesländerwahlen mitzuhelfen. Das ist jetzt meine Urlaubsbeschäftigung.

Was werden die ersten Projekte sein?

Die Schülervertreter werden sich mit der Landesschülervertretung regelmäßig zum Gedankenaustausch treffen. Außerdem planen wir in den Schulen 40 bis 50 Podiumsdiskussionen, bei denen Politiker aller Parteien Rede und Antwort stehen. Es ist wichtig, dass Jugendliche Antworten auf ihre Frage bekommen.

Sie fordern Verankerung der politischen Bildung. Warum ist das wichtig?

Wir fordern seit Jahren „Politische Bildung“ verpflichtend als eigenständiges Fach ab der 9. Schulstufe. Schließlich sind die Jugendlichen ab 16 wahlberechtigt. Jeder soll das gleiche Basiswissen haben, um dann frei zu entscheiden. Wichtig ist das Wissen, nicht die Wahlgeschenke. Die Podiumsdiskussionen werden zusätzlich angeboten.

Ist die Politikverdrossenheit wirklich so schlimm?

Zum Teil wird sie überbewertet, zum Teil haben die Betroffenen Scheuklappen, weil das Gefühl entsteht, dass man nichts ändern kann. Unser Ziel ist es, Basiswissen zu schaffen. Es muss auch nicht jeder begeistert werden. Das geht gar nicht.

Was fordern sie außerdem?

Wir wollen, dass die technischen Ausstattungsmöglichkeiten in den Schulen flächendeckend bereit stehen, sonst leidet die Qualität des Unterrichts. Außerdem soll Schule als Lebensraum wahrgenommen werden, weil man dort einen Großteil des Tages verbringt.

m vergangenen Jahr wurde ständig über Reformen im Bildungssystem gesprochen. Ist das nicht der Kampf gegen Windmühlen?

Es sieht so aus, aber wir haben viel erreicht. Unser Motto lautet „Steter Tropfen höhlt den Stein“. Gerade die Verschiebung der Zentralmatura war ein gutes Beispiel und die Verschiebung eines der größten Erfolge der Schülervertetung.

Warum wird die Zentralmatura so kritisiert?
Ich selbst halte die Idee einer standardisierten Reifeprüfung für absolut in Ordnung. Das Problem war, dass das Projekt viel zu rasch beschlossen wurde und alle Beteiligten zu wenig informiert wurden. Das kommende Jahr muss genützt werden, damit das Projekt sinnvoll umgesetzt werden kann.

Wo sind die größten Hürden?
Jetzt muss der Gesetzgeber einmal die Verordnungen erlassen. Dann kann man weiter planen.

Welche Informationskanäle spielen dabei eine Rolle?

Facebook ist natürlich eines der stärksten Medien, gerade für Vernetzung. Wir werden die Medien aber auch direkt ansprechen und aktiv auf sie zukommen. Außerdem haben wir die Schülervertreter als unsere Multiplikatoren vor Ort.

Sie sind ein Jahr vor der Matura. Wie geht man mit dem Leistungsdruck und dem Arbeitspensum um?

Für mich ist Schülervertretung Leidenschaft. Ich fühle mich wohl, wenn mein Tag ausgefüllt ist, ich weiß aber auch, dass ich mir die Zeit sehr gut einteilen muss.

Hat man als Landesschulsprecher mehr Freiheiten als andere Schüler?
Zum Glück haben meine Lehrer viel Verständnis Man muss trotzdem seine schulischen Leistungen erbringen. Man hat auch Vorbildfunktion.

Danke für das Interview.

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