09.08.2017, 17:01 Uhr

Haus der "1000" Tiere (mit Fotogalerie)

Durch Verbot der privaten Vermittlung landen nun noch mehr Tiere in Heimen.

VÖSENDORF. Der Wiener Tierschutzverein (WTV) ist der älteste und größte Tierschutzverein Österreichs und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken.

Wer für den Tierschutz tätig ist, muss zwangsläufig ein Idealist sein, denn Rückschläge stehen an der Tagesordnung. Umso beachtlicher ist es, dass es Menschen gibt die sich nicht entmutigen lassen und weiterkämpfen, obwohl ihnen Steine in den Weg gelegt werden, wie zum Beispiel die jüngste Tierschutzgesetz-Novelle. Durch das Verbot, Tiere privat über Internet oder Medien zu vermitteln werden diese vermehrt ausgesetzt und landen im besten Fall in einem Tierheim.

Limit bald erreicht

"Noch sind wir nicht an den Grenzen unserer Kapazität angelangt. Bei etlichen städtischen Tierheimen, beispielsweise in Linz ist das aber bereits der Fall. Es ist dringend notwendig das bestehende Gesetz noch vor den Wahlen zu ändern.", sagt Oliver Bayer, Pressesprecher des WTV. Am 20. Juli hat Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins, offiziell Beschwerde gegen das neue Gesetz beim Verfassungsgerichtshof eingebracht.

Vorbereitung auf Adoption

Derzeit sind in der Anlage in Vösendorf etwa 300 Katzen und 250 Hunde untergebracht. Auch vielen Nagern, Vögeln und anderen Tieren bietet der WTV ein vorübergehendes oder - in ganz speziellen Fällen - dauerhaftes Zuhause. Beim Rundgang über das Gelände begegnen wir immer wieder Leuten die Hunde spazieren führen.

Das sind entweder Trainer oder ehrenamtliche Paten, die sich um Ausbildung und Sozialisation der Hunde kümmern. Bevor ein Hund vermittelt werden kann, wird genau geprüft ob er mit Erwachsenen, Kindern oder anderen Tieren verträglich ist. Zu Übungszwecken steht sogar ein alter Kombi bereit, um die Vierbeiner auf das Leben außerhalb des Tierheims vorzubereiten.
Unschuldig hinter Gittern

Manche Hunde warten schon sehr lange auf ein neues Zuhause, obwohl sie freundlich und liebenswert sind. Sie müssen manchmal jahrelang hinter Gittern ausharren.
"Schwarze oder schon ältere Hunde sind schwer zu vermitteln.", erzählt Oliver Bayer und begrüßt einen kleinen Terrier. "Vendel, leider schon ein alter Bekannter, der aus eben diesen Gründen kein Zuhause findet." Die Hoffnung darf man aber - gerade als Tierschützer - nie aufgeben.
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