12.11.2017, 16:11 Uhr

Nach dem Meisterschaftsfinale in der Zwickmühle

(Foto: Daniel Fessl)
BEZIRK MÖDLING/HORN. Nach dem Meisterschaftsfinale bei der Rallye Waldviertel sieht sich der Gießhübler Rallye-Routinier Walter Mayer in der sprichwörtlichen Zwickmühle: Auf der einen Seite ist sein Peugeot jetzt in einem Top-Zustand, andererseits macht ihm die nachlassende Sehkraft zu schaffen.

Währen sich Raimund Baumschlager am vergangenen Wochenende seinen 14. Staatsmeistertitel sicherte, gab es für MAyer mit seinem Peugeot 208 T16 R5 und Co-Pilotin Christina Ettel Gesamtrang 20. Wobei nach einer an Defekten reichen Saison die Freude über die zweite Zielankunft in Serie (nach zuletzt in Liezen) alles andere überstrahlte. Das hat vor allem zwei Gründe: Zum einen, weil Mayer die Rallye trotz ganz schweren Bedingungen meisterte, zum anderen, weil sich die harte Arbeit der letzten Monate letztendlich ausgezahlt hat, wie Mayer bilanziert: Diese Rallye hat mir gezeigt, dass wir zuletzt alles richtig gemacht haben. Jetzt ist mein Peugeot exakt so, wie ich mir das immer vorgestellt habe. Die neue Software von Peugeot Motorsport hat im Grunde alles zum Positiven gebracht - von der Motorleistung über das Fahrwerk bis hin zur Elektronik. Das hat jetzt wirklich Spaß gemacht. Danke dahingehend auch an Günther Aschacher, den ich neu im Team habe, und der da ebenfalls wertvolle Arbeit geleistet hat."

Von "Alles Eitel Wonne" ist der Gießhübler aber trotzdem weit entfernt - im Gegenteil - der mittlerweile 69jährige befindet sich in einer Zwickmühle. Der Grund: Die mit fortschreitendem Alter nachlassende Sehkraft macht ihm auf den Sonderprüfungen schwer zu schaffen: "Ich frage mich - was hilft mir ein in Top-Zustand befindliches Auto, wenn die Augen nicht mitspielen? Ich habe da wirklich große Probleme, die richtigen Bremspunkte zu finden. Und damit verliere ich auf fast jeder Prüfung viel Zeit. Auf eher kurzen Prüfungen tu ich mir leichter, bei langen speziell in den Abendstunden bin ich mit meiner Einschätzung aber oft weit weg. Da stellt sich natürlich unweigerlich die Frage, ob das noch Sinn macht, weiter zu machen. Das werde ich mir in den nächsten Wochen durch den Kopf gehen lassen."

Beeindruckt war Mayer vom Titelkampf: "Der Speed, der da an der Spitze gefahren wird, ist schon grandios. Gratulation deshalb an beide Fahrer. Raimund und Hermann haben eine tolle Saison hinter sich, haben auch den Fans viel Freude gemacht."
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