Der kleine Prinz am Planet Gemeindebau

Der kleine Prinz Stefanie Elias mit seiner rose Andrea Nitsche bei der Probe.
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  • Der kleine Prinz Stefanie Elias mit seiner rose Andrea Nitsche bei der Probe.
  • hochgeladen von Maria-Theresia Klenner

OTTAKRING/FAVORITEN. Eine Wohnung in Favoriten nahe dem Reumannplatz verwandelt sich binnen drei Sekunden in den Asteroiden B612, dem Heimatplaneten des kleinen Prinzen. Hier erwacht soeben die Rose und beginnt sofort, den Prinzen mit ihrem Narzissmus anzuzicken - zur Freude von Peter W. Hochegger, der die Szene beobachtet und begeistert lacht.

"Wir wagen uns zum ersten Mal an ein Kinderstück", erklärt der Leiter des Ensembles, der neben der Regie auch für die Übersetzung des Klassikers von Antoine de Saint-Exupéry zuständig ist. Geprobt wird insgesamt rund fünfzigmal, jedes mal in einer Wohnung der Schauspieler oder bei Hochegger daheim in Ottakring. Heute findet die Probe bei Andrea Nitsche statt, die bereits die sechste Saison im Ensemble verbringt.

Theater im Gemeindebau-Reihe

Bekannte Gesichter wie Thomas Bauer, der den Piloten spielt und Helmut Maierhofer, der als Erzähler durch das Stück führt, sitzen auf Esstischstühlen im Wohnzimmer und beobachten Stefanie Elias´ Bemühungen, als kleiner Prinz den Ansprüchen der Rose gerecht zu werden. Der Text sitzt, die Emotionen werden hervorragend ausgedrückt und Hochegger lehnt sich zufrieden zurück. "Die Premiere ist für Februar anberaumt. Im Juni führen wir das Stück in Gemeindebauten in unterschiedlichen Bezirken auf."

Mit ihrer Open-Air-Veranstaltungsreihe "Theater im Gemeindebau" ist das etc-Theater (steht für event theater company) seit fünf Jahren in Gemeindebauten zu sehen. Vor einem Publikum, das sich immer wieder als schwierig erweist. "Es handelt sich nicht um ein Theaterpublikum. Viele dieser Menschen haben große Hemmschwellen, in ein Theater zu gehen. Daher gehen wir zu den Menschen hin und holen sie kulturell ab", erklärt Hochegger die Idee hinter "Theater im Gemeindebau". Die Anzahl des Publikums ist ebenso unterschiedlich wie die Zuseher selbst: Gespielt wird im Durchschnitt vor fünfzig bis achtzig Leuten, die Schichten sind durchmischt. "Kinder sind neugieriger, die kommen gleich angelaufen und helfen beim Aufbau der Bühne und der Bänke", so Nitsche. Etwas schwieriger ist es, vor Jugendlichen zu spielen. "Die 14-, 15-, 16-Jährigen müssen sich beweisen", erzählt Hochegger. Bereut haben die Künstler ihre Basisarbeit im Gemeindebau allerdings noch nie, auch wenn eine von zehn Vorstellungen laut Andrea Nitsche schwierig ist. "Das Positive überwiegt."

Weiter geht die Probe und Elias bittet den Piloten, ihr ein Schaf zu malen. Sofort wird man wieder in die Szene gezogen und vergisst den Esstisch und das Regal mit einem Darth Vader-Kopf im Hintergrund. Bei den Aufführungen werden die Schauplätze in einem großen Buch gezeigt, das Hocheggers Schwager im Format 1,60 mal 1,10 Meter gemalt hat. "Hier wird gezeigt, auf welchem Planeten sich der kleine Prinz gerade befindet", erklärt Hochegger. Sicher ist: Egal wie es dem Prinzen am Planeten des Königs oder am Planeten des Säufers ergeht, am Gemeindebauplanet wird er mit seiner Truppe für große Begeisterung sorgen.

Zur Sache

Das Theaterstück "Der kleine Prinz" wird vom etc-Theater im Juni im Rahmen der Bezirksfestwochen in Gemeindebauten gespielt, unter anderem auch in Ottakring. Für die Produktionskosten wurde ein Crowdfunding auf www.startnext.com/der-kleine-prinz eingerichtet.

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