Kölledaer trifft Kölledaer in Wien

Die Reihe auf dem Matzleinsdorfer Friedhof, in der sich das Grab Reiffensteins und seiner Familie befindet. (Das weiße in der Lücke zwischen der Kapelle und dem kleineren der beiden Bäume.)
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  • Die Reihe auf dem Matzleinsdorfer Friedhof, in der sich das Grab Reiffensteins und seiner Familie befindet. (Das weiße in der Lücke zwischen der Kapelle und dem kleineren der beiden Bäume.)
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(von Christoph Altrogge, Wien)

Gottlob Benjamin Reiffenstein ist ein deutsch-österreichischer Maler, Lithograph und Fotograf, welcher am 10. September 1822 in Cölleda (damals noch mit "C" geschrieben) im seinerzeitigen Kurfürstentum Sachsen geboren wurde. Bis 1842 studierte er Kunst in Erfurt. Im selben Jahr ging er zu Prof. Christian Friedrich Ludwig Ritter von Förster nach Wien, der damals schon ein bekannter Architekt war.
1854 machte sich Reiffenstein als Unternehmer selbstständig, als er gemeinsam mit seinem Schwager, dem ebenfalls aus Cölleda stammenden Ludwig Rösch, eine lithographische Anstalt erwarb. Ab 1855 firmierte diese unter "Reiffenstein & Rösch" und wurde im Laufe von Jahren eine der erfolgreichsten ihrer Art im Kaiserreich. Ebenfalls noch 1855 wurden seine Fähigkeiten auf der Pariser Weltausstellung mit einer "Medaille 1. Classe" gewürdigt.
In den kommenden Jahren erzielte er in seiner Firma entscheidende Durchbrüche bei der Verbesserung der Fotolithografie und der Chromolithografie.
1860, inzwischen wohlhabend geworden, ließ er für seinen Vater, den Tischler Johann Andreas Reifenstein (1782 – 1851), auf dem Cölledaer Friedhof die imposante Grabstele mit dem betenden kleinen Mädchen an der Spitze errichten.
Am 7. November 1861 erfolgte seine Aufnahme ins Wiener Künstlerhaus, eine Einrichtung, aus der später unter anderem der weltweit bekannte Gustav Klimt hervorgehen sollte.
1862 Preismedaille anlässlich der Weltausstellung in London. 1865 "Große Medaille für Kunst und Wissenschaft". 1867 Medaille für Farbdruck und Fotolithographie zur Weltausstellung in Paris. Ebenfalls 1867 "Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone".
1868 wird die Firma in den Stand einer "k.k. Hofdruckerei" erhoben.
1872 "Ritterkreuz des Franz Josephs Ordens".
Er starb am 27. März 1885 in Wien. Seine Beisetzung erfolgte zwei Tage später auf dem evangelischen Friedhof in Wien-Matzleinsdorf, Gruppe 19, Grab 91.
2006 wurde sein Grab in ein Ehrengrab umgewidmet.
Dass all diese Fakten dem Dunkel der Vergangenheit entrissen wurden, ist der ebenfalls aus Kölleda stammenden Ahnenforscherin Angelika Ende zu verdanken. Einer Archäologin gleich trug sie nach und nach die Lebensstationen dieses außergewöhnlichen Mannes zusammen und machte sie der Öffentlichkeit bekannt. Auf ihre Initiative hin widmete auch das Bezirksmuseum Wien-Leopoldstadt vom 23. Oktober 2007 bis zum 31. März 2008 seinen Werken eine Einzelausstellung, anschließend war sie ab 3. Mai 2008 im Kölledaer Heimatmuseum zu sehen.
Seit Mai 2011 hängt am Geburtshaus von Gottlob Benjamin Reiffenstein – Am Pferdeteich 2, damals Haus Cölleda Nr. 431, heute Geschäftslokal für ein alteingesessenes Kölledaer Blumengeschäft – eine Gedenktafel, gesponsert durch: Erich († 2010) und Maria Reiffenstein, Karl-Helmut und Angelika Ende, geb. Horst.

Auch die Familie Altrogge ist 1992 aus Kölleda nach Österreich ausgewandert. Zuerst nach Niederösterreich, 2004 nach Wien. Christoph Altrogge, geboren 1976, trat sogar, was das Berufliche betrifft, ohne es zu wissen, ein ganz klein wenig in Reiffensteins Fußstapfen. Reiffensteins berufliche Leidenschaft, mit der er sehr erfolgreich wurde, war die Lithographie. Altrogge wurde bis zum heutigen Tage für knapp 30 Zeitungen und Zeitschriften als Text- und Bildberichterstatter tätig, unterstützte mit seiner fotografischen Arbeit erfolgreiche Unternehmen der freien Wirtschaft bei ihren Werbekampagnen.
Er hatte mit seinen fotografischen Werken bis heute zweiundzwanzig Gemeinschafts- und Einzelausstellungen. Gleich zu seiner ersten Ausstellungseröffnung erschienen über 300 Gäste. Eine spätere Ausstellung wurde vom Ministerpräsidenten des Bundeslandes Niederösterreich eröffnet, hier erschienen ebenfalls über 300 Gäste.
Zur Familie Altrogge gehört auch Maxi Herta Altrogge (geboren 1942 in Kölleda), als Schriftstellerin (Prosa, Lyrik, Dramen) und Bildende Künstlerin tätig (hatte seit 1993 viele Einzel- und Gemeinschafts-Ausstellungen mit Landschaften und Porträts in Österreich).
Seit 2001 ist sie Mitglied im 1885 gegründeten "Verein der Schriftsteller und Künstler Österreichs".

Die Reihe auf dem Matzleinsdorfer Friedhof, in der sich das Grab Reiffensteins und seiner Familie befindet. (Das weiße in der Lücke zwischen der Kapelle und dem kleineren der beiden Bäume.)
Christoph Altrogge am Grab Reiffensteins
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