10.10.2017, 13:36 Uhr

"Handy-Zombies" in Scheibbs

St. Pölten: Gstanzlsänger sollen Smombies mit spontanen, an die Situation angepassten Gstanzln zu mehr Achtsamkeit aufrufen. (Foto: Josef Vorlaufer)

Das Smartphone rückt immer mehr in den Mittelpunkt unseres Daseins – mit teils unangenehmen Folgen.

BEZIRK SCHEIBBS. Mit hartnäckig gesenktem Blick wandeln sie durch die Straßen. Mit dem Fokus auf ihr Smartphone gerichtet, übersehen sie alles was sich in ihrer Umgebung abspielt. Da hilft auch das periphere Sehen nicht mehr viel. Die Rede ist von den Smombies (eine Kreation aus den Begriffen „Smartphone“ und „Zombie“, die es 2015 bis zum deutschen „Jugendwort des Jahres“ geschafft hat).
In St. Pölten wurden vom Kuratorium für Verkehrssicherheit nun die ersten Laternenairbags installiert, um die Wandelnden vor etwaigen Kollisionen zu schützen und um auf die Thematik aufmerksam zu machen. Andere Städte, wie Augsburg, Köln oder auch Moskau, bestreiten revolutionärere Wege und haben bereits ampelähnliche Lichtleisten in den Straßenbelag eingelassen. Auf Hawaii drohen den notorischen Handystarrern bereits Strafen. Wiederholungstäter müssen dabei immer tiefer in die Tasche greifen – bis zu 100 Dollar. Eine aktuelle Beobachtung des KFV zeigt, dass jeder fünfte Fußgänger in Niederösterreich durch das eigene Mobiltelefon abgelenkt ist. Die Folge: Allein im Vorjahr haben sich auf Niederösterreichs Straßen aufgrund von Ablenkung mehr als 200 Unfälle mit Fußgängern ereignet.

Vorsicht in Wieselburg

Auch im Bezirk sieht man sie immer öfters durch die Straßen schlendern – immer erreichbar und stets vernetzt. Als besonders gefährliches Pflaster zeigt sich Wieselburg. Durch das hohe Verkehrsaufkommen sind die Wieselburger Smombies besonders vom Aussterben bedroht. Schrankenlose Bahnübergänge, Zebrastreifen soweit das Auge reicht und und die Tatsache, dass die Gehsteige einem Hindernisparcours gleichen, machen den Apathischen das Überleben schwer. Die einzige effektive Therapie, die hilft, wäre möglicherweise eine Halskrause.
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