Frauenpower in der Evangelischen Kirche

Anna Kampl hatte Anfang September ihre Amtseinführung als zweite Pfarrerin in der evangelischen Kirche in der Braunhubergasse.
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  • Anna Kampl hatte Anfang September ihre Amtseinführung als zweite Pfarrerin in der evangelischen Kirche in der Braunhubergasse.
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Mit der evangelischen Gemeinde hat Anna Kampel das große Los gezogen. "Wir haben eine unglaublich tolle Gemeinde. Die Leute halten zusammen, unterstützen, wenn jemand leidet, aber freuen sich auch miteinander. Deshalb habe ich zu meiner Amtseinführung auch einen Spruch aus dem Römerbrief ausgewählt: 'Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden'",  erzählt Anna Kampel.

Jobwechsel

Sie ist seit 1. September im Amt in der Kirche in der Braunhubergasse 20. Derzeit hat Kampel die zweite Pfarrstelle, die 50 Prozent beträgt, inne. Geleitet wird die Gemeinde von Pfarerrin Maria Katharina Moser. Moser tritt im September 2018 eine neue Stelle an, sie wird Direktorn der Diakonie.

Geplant ist, dass Kampel ihre Position übernimmt. "Das wäre toll, denn ich kenne die Leute. Es wird eine Ausschreibung geben. Das Schöne an der Evangelischen Kirche ist, dass sie demokratisch ist und die Gemeinde mitbestimmt. Daher bin ich zuversichtlich, dass es klappt", so Kampl.

Familie sozial engagiert

Kampl wohnt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern neben der Kirche. "Das ist sehr praktisch. Wenn ich arbeite, aber meine Kinder etwas brauchen, dann bin ich gleich nebenan."

Geboren wurde die 36-Jährige in Prag, aufgewachsen ist sie in einer kleinen tschechischen Stadt beim Vorriesengebirge. "Meine Oma hat mich sehr geprägt, vor allem im Bereich soziales Engagement. Unser Haus war immer für alle offen, meine Oma hat täglich gekocht. Es war immer genug da, wenn jemand vorbeigekommen ist. Und wenn etwas übergeblieben ist, dann haben die Reste Obdachlose bekommen", so Kampl.

Auch ihr Vater, ein Kinderarzt, ist immer für alle da. "Auch wenn eine besorgte Mutter mitten in der Nacht anruft, hört er ihr zu, wenn sie Angst um die Gesundheit ihres Kindes hat.".

Inspiriert von tschechischem Pfarrer

Obwohl alle in ihrer Familie Ärzte sind, hat sich Kampl für das Theologiestudium entschieden. "Ich habe auch die Aufnahmeprüfung für das Journalismusstudium gemacht, da ich für Regionalzeitungen geschrieben habe und auch die Schülerzeitung geleitet hatte. Aber bei der Prüfung habe ich mir gedacht, eigentlich will ich das gar nicht."

Studiert hat Kampl in Wien, wo sie dann auch ihren Mann kennengelernt hat. Dass sie Pfarrerin wird, hat sich erst nach etwa drei Jahren entschieden.

Ein Traumberuf

"Ich habe die Lebensgeschichte eines tschechischen Pfarrers - Svatopluk Karasek - gelesen, der sich auch politisch engagierte und flüchten musste. Nach der Wende ist er dann wieder zurückgekommen und engagiert sich wieder politisch in dem Sinne, dass er aufzeigt, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Ich habe ihn auch persönlich kennengelernt. Die Kombination aus christlichem Leben und politischem Engagement hat mich sehr beeindruckt. Und ich habe mich entschieden, auch Pfarrerin zu werden."

Eine gute Entscheidung, denn heute weiß sie, dass es ihr Traumberuf ist.

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