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Uferrückbauten und Renaturierung an der Triesting

Gemauerte Ufer beeinträchtigen den Lebensraum von Tieren massiv.
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Vorwiegend im vergangenen Jahrhundert wurden die Regulierungen und Begradigung der Triesting massiv vorangetrieben.

TRIESTINGTAL (mw).  Wider besseren Wissens galten diese Maßnahmen als Fortschritt zur Beherrschung des Flusses, speziell in Hochwasser-Situationen. Es waren allerdings auch schwere Eingriffe in ein heikles Ökosystem. Neben vielen aquatischen Lebewesen verschwanden auch ausgedehnte Auwaldbereiche.

Rückbau schwierig

Eine heute angestrebte Renaturierung ist vielerorts schwierig. Speziell in den Ortsgebieten am Mittellauf der Triesting sind Rückbauten der befestigten Ufer des begradigten Flusses nahezu unmöglich. Ufernahe Besiedelung und Straßenverläufe lassen ein naturnahes seitliches Ausufern nicht mehr zu. Anders im Oberlauf. Von Altenmarkt flussabwärts bis nach Weissenbach wurde nie massiv in den Verlauf der Triesting eingegriffen. Positives Beispiel an der südöstlichen Ortseinfahrt von Altenmarkt: Beim Bau der sogenannten 'Hühnerbrücke' vor wenigen Jahren wurde das Bachbett verbreitert.

Schutzbauten

Bauprojekte wie Hochwasser-Schutzbauten müssen wirksam sein, gleichzeitig aber ein funktionierendes Ökosystem gewährleisten. Dazu Landtagsabgeordneter Josef Balber, Bürgermeister der Triestingtal-Gemeinde Altenmarkt: "Der Schutz der Bevölkerung hat oberste Priorität. Dies in Einklang mit einer intakten Natur zu bringen, ist ein Spagat. Alle Verantwortlichen bemühen sich sehr, ganz ohne Beton wird es aber nicht funktionieren." Ein gutes Beispiel ist das derzeit im Bau befindliche Hochwasser-Retentionsbecken in Fahrafeld mit einem Rückhaltevolumen von 750.000 m³. Zu dessen Einzugsgebiet weiß Landschaftsarchitektin Susanne Karl: "In historischen Karten ist ein gewundener Verlauf der Triesting durch ein Sohletal erkennbar. Im Bereich Einmündung des Haselbaches drückte ein Schwemmkegel die Triesting zur gegenüber liegenden Talseite, ehe sie begradigt wurde." Im Bereich des Rückhaltebeckens wird sie nun ein neues Bett mit ursprünglichem Charakter (Sandbänke, abwechslungsreiche Uferstruktur) erhalten (Quelle: Festschrift 50 Jahre Triesting Wasserverband).

Alle mit einbeziehen

Die zeitgemäße Vorgangsweise beim Wasserbau setzt auf Einbeziehung aller Betroffenen, etwa der Fischer. Die Entfernung von Uferbefestigungen ermöglicht Fischen Schutz vor Fressfeinden, etwa der stark dezimierten Äsche. Fisch-Wanderhilfen, etwa für Forellen, sind essenziell für deren Fortbestand.

Gemauerte Ufer beeinträchtigen den Lebensraum von Tieren massiv.
Ausdehnungsmöglichkeiten, Sandbänke und natürliche Ufer sind ökologisch wertvoll.
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