31.08.2014, 18:32 Uhr

"Selbstversorgung ist ausbaufähig"

Die Christbaumbauern Albin Offner (li.) aus Gallizien, Michael Haberl (2. v. li.) aus St. Lorenzen und Ignaz Taschek (re.) aus Gallizien mit Arge-Sprecher Jürgen Stromberger (mitte) und Marian Tomazej von der LWK
GALLIZIEN. Die Sonne scheint, rund 100 Frauen und Männer sitzen in Sommerbekleidung auf der Terrasse und im Garten des GH Zenkl in Gallizien, genießen ihr Mittagessen und unterhalten sich angeregt über - Christbäume! Richtig gelesen, Christbäume, denn vergangene Woche fand der österreichische Produzententag der Christbaumbauern zum ersten Mal in Kärnten statt.
„Es gibt Kulturbegehungen, zwei Mitglieder aus Gallizien stellen ihre Vorgehensweise bei der Christbaumzucht vor, es gibt Vorträge und natürlich geht es auch um den Erfahrungsaustausch“, erklärt Jürgen Stromberger, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Kärntner Christbaumbauern, die das heurige Treffen organisierten.
Und wer glaubt, Christbaumbauern hätten im September nichts zu tun, irrt gewaltig. „Jetzt werden Bäume gesetzt und Bäume für Weihnachten werden bereits separiert“, erklärt Ignaz Taschek. Ganzjährig wird der Graswuchs bekämpft, entweder mit Maschinen oder, wie bei Taschek, mit Schafen. „Ab Oktober werden ungeeignete Bäume (Reisig) geschnitten“, ergänzt Taschek. Neben ihm zeigte auch Gerhard Plesnik aus Gallizien den Teilnehmern seine Christbaumkultur.
Die Arge der Kärntner Christbaumbauern besteht seit vier Jahren und hat mittlerweile 21 Mitglieder. „In den anderen Bundesländern gibt es Vereinigungen, die schon viel länger bestehen“, erklärt Marjan Tomazej von der Landwirtschaftskammer, „Die Selbstversorgungsrate mit Christbäumen in Kärnten beträgt knapp 50 Prozent. Das ist noch ausbaufähig.“ Die Arge hat in Kärnten ein einheitliches Logo eingeführt, anhand dessen der Konsument erkennen kann, dass es sich um einen heimischen Christbaumbauern handelt. „Das niederösterreichische Logo zum Beispiel ist bereits sehr bekannt, bei uns wird es noch etwas dauern“, so Tomazej.

ZUR SACHE:

Arge der Kärntner Christbaumbauern: Gründung 2010, derzeit 21 Mitglieder
Langfristige Ziele: Steigernung des Eigenversorgungsgrades in Kärnten, Einkommenssicherung für land- und forstwirtschaftliche Betriebe durch Christbaumproduktion als zweites Standbein, Verstärkung eines positiven Images für den Baum aus der Heimat

Zahlen zum Kärntner Markt:

zwischen 150.000 und 170.000 Haushalte kaufen natürliche Christbäume
Derzeit gibt es rund 40 Betriebe mit 75 bis 80 Hektar Christbaumkulturen

Nähere Infos: www.weihnachtsbaum.at
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