08.06.2017, 06:00 Uhr

Wie aus Grünschnitt wieder gute Erde wird

Peter Kuschnig (li.) und Robert Unglaub beim großen Kompostwender

Bio-Landwirt und Gemeinde Eberndorf luden zur Besichtigung der lange umstrittenen Kompostieranlage.

EBERNDORF (sj). Einen langen Weg hat die Grünschnittkompostieranlage in Hart hinter sich. Gegen das EU-Leaderprojekt zur Bindung von CO₂ im Boden regte sich nach dem Bekanntwerden im Dezember 2014 Widerstand in der Harter Dorfbevölkerung, die durch die Kompostierung eine Geruchsbelästigung und mehr Verkehr befürchtete.
Der Standort der Anlage wurde daraufhin an den Waldrand, ein Stück vom Ort entfernt, verlegt. Seit 9. August 2016 ist die Anlage offiziell genehmigt und wird von Bio-Landwirt Peter Kuschnig für die Projektdauer von zwei Jahren betrieben. Vergangene Woche luden er und die Gemeinde Eberndorf alle Interessierten zur Besichtigung ein.

So läuft es ab

Der Grünschnitt der Eberndorfer Bürger wird für die Kompostierung im Bauhof gesammelt, geschreddert und mit 15 Prozent Erde vermischt. Dieses Gemisch bringt Kuschnig anschließend am Rand eines seiner Äcker am Waldrand in einer langen Bahn auf. "In den ersten zehn Tagen muss der Schnitt täglich mit einem Kompostwender gewendet werden", erklärt Kuschnig.
Unter dem Vlies wird der Kompost bis zu 60 Grad heiß, was Unkraut-Samen absterben lässt. Nach 2,5 Monaten ist der Kompost fertig und wird gesiebt. "Proben, die wir an ein Institut in Oberösterreich geschickt haben, haben ergeben, dass der Kompost die höchste Qualität A++ hat", ist Kuschnig stolz.

Geschlossener Kreislauf

Aus 300 Kubikmetern Grünschnitt (für mehr ist die Anlage nicht genehmigt) entstehen so 80 Kubikmeter Komposterde, die Kuschnig auf seinen Äckern ausbringt. "So schließen wir den Kreislauf. Etwas Besseres kann man nicht machen", ist der Bio-Bauer überzeugt. Anfangs war er sich jedoch nicht sicher, ob das Projekt angenommen werden würde. Doch gleich am ersten Tag, als Bürger Grünschnitt in den Bauhof bringen konnten, kamen 33 Eberndorfer zur Sammelstelle. Mittlerweile konnten auch die Zweifel der Harter zum Großteil beseitigt werden.

Bedarf ist gegeben

Das EU-Projekt ist auf zwei Jahre befristet. Projektberater Robert Unglaub hofft, dass dann erneut ein Leader-Projekt zustande kommt, um die Anlage weiter zu betreiben. "Eine solche Anlage haben wir auch gemeinsam für die Gemeinden Sittersdorf, Gallizien und Eisenkappel eingereicht", verrät Unglaub, "Der Bedarf dafür ist auf jeden Fall gegeben."
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