Gedichtband
Die Bezwingerin des Wassers

"Räuber der Meere" heißt der Lyrikband von Michaela Hinterleitner. Ihre Texte sind vor allem eines: gesellschaftskritisch.
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  • hochgeladen von Lisa Kiesenhofer

Dass Anziehung und Abstoßung oft nah beieinander liegen, zeigt Michaela Hinterleitner in ihrem Gedichtband.

WÄHRING. Meer, Wasser, Tiere. Diese Themen führen durch das neueste Buch der Währinger Autorin Michaela Hinterleitner. "Das Meer zieht uns an und zieht uns aus bis auf die nackte Haut", so lautet eine Zeile aus ihrem Gedichtband "Räuber der Meere". Dabei hatte die Künstlerin bis vor Kurzem so gar keine Freude mit dem Wasser.

"Wasser war mir schon als Kind unheimlich", erzählt die Währingerin. Doch als sie sich eines Tages von einer Freundin überreden ließ, mit ins Schwimmbad zu gehen, änderte sich alles. "Abstoßung und Anziehung liegen oft gar nicht so weit auseinander", erinnert sich die 39-Jährige an das Schlüsselerlebnis, wie sie es nennt. "Mittlerweile liebe ich es zu schwimmen – es ist ein bisschen wie fliegen."

Lyrik in Kinderschuhen

Mit dem Schreiben begann die Künstlerin schon sehr früh. Bereits als Kind habe sie erste, relativ einfache, Gedichte produziert. Obwohl sie sich in ihrem Studium Theater- Film- und Medienwissenschaft viel mit Texten beschäftigte, packte sie das Schreibfieber erst am Ende ihres Studiums im Rahmen der österreichischen Hörspielgung. "Ich habe richtig gespürt, wie die Zeilen in mir brodeln und nach draußen wollen", erzählt Hinterleitner.

Einen eigenen Schreibstil zu finden sei der 39-Jährigen immer wichtig gewesen. Um große Autoren nicht unbewusst zu kopieren, habe die quirlige Währingerin bewusst nicht Germanistik studiert, wie sie lachend erzählt. Inspiration holt sie sich hauptsächlich aus ihrem Freundeskreis, der zu einem großen Teil aus Künstlern besteht.

Von Politik bis Mumu

Klassische Lyrik sei für Hinterleitner nichts. Reime finde sie oft weniger gut. Dafür setzt sie in ihren Gedichten umso stärker auf Metaphern. "Ich schreibe gern in Bildern", erklärt die Autorin ihren Schreibstil. "Ich finde, es gibt nichts langweiligeres als beschreibende Texte." "Räuber der Meere" wird auf alle Fälle nicht ihr letztes Werk sein – ein neues Buch ist bereits in Arbeit. Dieses Mal soll es ein Prosaband werden. In den Gedichten ihres aktuellen Buchs geht es aber nicht nur um Fische und Wasser.

Auch Themen wie das weibliche Geschlechtsteil, die Flüchtlingspolitik und die Liebe finden sich in ihren Texten wieder. Absichtlich provozieren wolle die Währinger Autorin aber nicht. "Ich möchte die Menschen einfach zum Nachdenken anregen", erklärt Hinterleitner. "Mir ist klar, dass ich mit Lyrik niemals reich werde – aber für die Schublade schreibe ich sicher nicht."

Michaela Hinterleitner liest gemeinsam mit anderen Autoren am 16. März im Perinetkeller in der Perinetgasse 1 im 20. Bezirk. Die Veranstaltung "For a world without walls" beginnt um zirka 19 Uhr. Wer Lust hat, die Währingerin schon vorher zu hören, kann am Dienstag, 13. Februar, ihre Lesung in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur in der Herrengasse um 19 Uhr sehen.

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