Wildtiere in Wien
Wenn Wildtiere in Wien Hilfe brauchen

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In der Ferrogasse, im oberen Teil der Sackgasse, hinauf zur Bastiengasse, grenzen Gärten und einige verwilderte Grünflächen an die umliegenden Häuserblocks. Diese Flächen werden von Füchsen und Dachsen bewohnt. Bis vor Kurzem verlief das Zusammenleben recht harmonisch. Seit einiger Zeit ist jedoch mindestens ein Fuchs offenbar von Räude befallen: Er hat kaum noch Fell, einen fast haarlosen Schwanz und kratzt sich ununterbrochen. Ein von einem Anrainer aufgenommenes Video zeigt das leidende Tier deutlich.
Räude ist sehr ansteckend und kann auch andere Wildtiere sowie Haustiere betreffen. Gerade ein solcher Fall müsste zeigen, ob die zuständigen Stellen nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch handlungsfähig sind.
Laut Homepage kann man sich bei verletzten oder in Not geratenen Wildtieren an das Wildtierservice Wien wenden. Dieser Anspruch klingt hilfreich, hält der konkreten Situation aber offenbar kaum stand.
Nach der Bitte m Hilfe war die telefonische Auskunft unter 01 4000 49090 ernüchternd:
Man solle warten, bis das Tier bewegungsunfähig ist und einige Stunden irgendwo liegt; dann könne man das Wildtierservice verständigen.
Eine Lebendfalle sei nur mit Zustimmung des Grundstückseigentümers und gegen 600 Euro für einen Monat möglich; eine Garantie, das betroffene Tier zu fangen, gebe es nicht. Als praktische Hilfe ist das für einen akuten Tierschutzfall kaum überzeugend.
Vor diesem Hintergrund wirkt die auf der Homepage angeführte Spendenbitte besonders widersprüchlich: Das Wildtierservice Wien ersucht dort um Unterstützung, um weiterhin schnell und professionell auf Notfälle reagieren und Pflege sowie Rehabilitation für Wildtiere ermöglichen zu können.
Tatsächlich bleibt der Eindruck, dass in Wien bei sichtbar kranken Wildtieren eher Zuständigkeiten verwaltet als konkrete Hilfe geleistet wird.
Wenn in einem so offensichtlichen Fall weder rasche Hilfe noch eine praktikable Lösung vorgesehen ist, stellt sich nicht nur die Frage nach der Zuständigkeit, sondern nach dem tatsächlichen Nutzen solcher Institutionen für leidende oder krepierende Wildtiere.

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