09.10.2017, 16:45 Uhr

Wels teilt sich die Agraria künftig mit Tulln

Das erklärte Ziel: Langfristig soll mit dem neuen Zwischenformat eine "Fachmesse Tier" etabliert werden. (Foto: Messe Wels)

Nach vielen Verhandlungen ist klar: Die Agraria ist weiterhin in Wels. Aber nur noch alle vier Jahre.

WELS. "Wie jeder Landtechnik-Betrieb in Österreich mussten auch wir uns an die seit vier Jahren anhaltenden Marktrückgänge anpassen und an den Sparschrauben drehen", erklärt Rudolf Dietrich vom Club Landtechnik Austria die Entscheidung, die Agraria künftig im Zwei-Jahres-Rhythmus abwechselnd in Wels und Tulln veranstalten zu wollen. Allein in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres sei bei der Leitmaschine der Landtechnik, dem Traktor, ein Minus von zehn Prozent zu verzeichnen gewesen. Alle vier Jahre zusammen betrachtet, waren es sogar minus 40 Prozent. "Wir waren gezwungen uns bei den Kosten auf die geänderten Verhältnisse einzustellen. Ein Stellrädchen war auch das Thema Messen", so Dietrich.

Herbstmesse in neuem Format

"Eine Entscheidung, die für die Stadt Wels inakzeptabel war", so Bürgermeister Andreas Rabl. Als die Stadt vor rund einem Jahr mit den Plänen des Club Landtechnik konfrontiert wurde, habe dies zu einem wahren Verhandlungsmarathon geführt. "Wir wollten an dem Format festhalten. Es war aber schnell klar, dass zwei landwirtschaftliche Fachmessen im Abstand von zwei Wochen für beide Standorte nicht gut gewesen wären", ist sich Rabl sicher. Denn weder Hersteller noch Besucher hätten dann beide Termine wahrgenommen. Die Lösung: In den Jahren, in denen die Agraria in Tulln stattfindet, veranstaltet Wels eine eigene Messe. Die "neue Herbstmesse" konzentriert sich inhaltlich aber weniger auf Landtechnik, sondern mehr auf Tierzucht und ein Rahmenprogramm rund um Tradition und Regionalität.

Mit Tierzucht und Regionalität zum Besuchermagneten

"Wir wissen, dass viele Besucher genau wegen der landwirtschaftlichen Ausstellung zur Agraria gekommen sind. Eltern wollten sich das mit ihren Kindern ansehen", so Rabl. Dieser Besuchermagnet soll mit der neuen Herbstmesse wieder hergestellt werden. "Während die Agraria für die große Fachmesse im November steht, wo sich die Hersteller und Importeure gemeinsam präsentieren, wollen wir im September neben der Tierzucht auch Wohnen, Leben und Genuss in den Mittelpunkt stellen", gibt Messedirektor Robert Schneider die Marschrichtung vor. "Wir werden alle Kräfte der Messe Wels und der Stadt Wels einsetzen müssen, um dieses Format gemeinsam mit dem Volksfest zu einem Erfolgsfaktor machen zu können. Der Club Landtechnik zieht sich nicht auf die Agraria zurück, sondern hat auch für das Zwischenformat Unterstützung zugesagt", ist Messepräsident Hermann Wimmer erfreut.

Neuer Rhythmus
In Absprache mit dem Club Landtechnik Austria wird es in Wels weiterhin alle zwei Jahre ein landwirtschaftliches Messeformat geben. Die Agraria findet allerdings – im Wechsel mit Tulln – nur alle vier Jahre in Wels statt.

Der nächste Termin für die Agraria ist bereits fixiert: 25. bis 28. November 2020.

In den Zwischenjahren tritt die neue Welser Herbstmesse an die Stelle der Agraria. Sie wird nicht im November, sondern wie gehabt im September, gemeinsam mit dem Volksfest, stattfinden. Der Termin für das kommende Jahr: 6. bis 9. September 2018.

Auch die Herbstmesse wird einen landwirtschaftlichen Fokus haben, der sich um die Themen Land, Tier und Wirtschaft dreht. Ergänzt durch ein Rahmenprogramm rund um regionale Lebensmittel.

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