03.09.2016, 12:14 Uhr

Das passiert mit meinem Abfall

L. Aichberger und A. Kasser zeigen, was vom Biomüll übrig bleibt.

Zwischen Potenzial und Problemen: Bei der Bioabfall-Verwertung setzt der Bezirk auf kompostieren.

BEZIRK AMSTETTEN. "Das Problem ist der Plastikmüll", erzählt Leopold Aichberger, aber auch Kaffeetabs finden sich in den letzten Jahren zunehmend in den Biotonnen. Seit 1993 "kompostiert" der Haager Bio-Landwirt.

Verbot von Plastiksackerln

Zu 90 Prozent seien es aber Plastiksackerl, so Hubert Seiringer, Unternehmer und Obmann der ARGE Kompost & Biogas Österreich. Seiringer fordert ein generelles Plastiksackerlverbot. Als Alternative solle einerseits auf Mehrwegtaschen gesetzt werden, andererseits auf kompostierbare Sackerl. Dies sei technisch kein Problem und preislich überschaubar, wenn sie in Massen produziert werden.

Mehr Plastik, mehr Kosten

Störstoffe seien maschinell schwer zu trennen, zeigt Aichberger größere und kleine Plastikteile, aber etwa auch ein Messer. Derartiges Material im Bioabfall bedeutet ebenso höhere Kosten wie umgekehrt die Summe an Bioabfall im Restmüll. Aber auch die Mischung von Grün- und Strauchschnitt sei problematisch. Leidtragender ist schließlich der Gebührenzahler.

Besonders die Mehrkammerntonne für Bioabfall und Restmüll sei ein großes Problem. Deshalb soll sie auch bald "Geschichte sein", so Anton Kasser, Bezirks-Umweltverbands-Obmann und Präsident der NÖ Umweltverbände.

Potenzial des Bioabfalls

Während der Restmüllanteil am Gesamtmüllaufkommen im Bezirk leicht rückläufig ist, stecke im steigenden Anteil an Bioabfällen sowie Strauch- und Grünschnitten Potenzial. Es sei "top-verwertbares Material", erklärt Kasser und verweist auf die ARGE Kompost, die alle Gemeinden des Bezirks, außer Waidhofen, betreut.

Aus der Region, für die Region

Von den rund 15.000 Tonnen an Abfall, die jährlich gesammelt werden, wandern etwa 40 Prozent auf die Anlage von Leopold und Theresia Aichberger. Die Kapazität ihrer Kompostieranlage wurde nun auf 6.800 Tonnen mehr als verdoppelt. Das Ziel sei nun, eine entsprechende Vermarktung aufzubauen.

"Das Produkt fällt in der Region an und muss in der Region verwertet werden", sagt Anton Kasser, "alles andere macht auch ökologisch keinen Sinn."
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